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Freitag, 9. Februar 2018

WANTED! - Steckbrief für einen Kindergeburtstag

Erstellungsdatum: 18.02.2012


Kindergeburtstage können ganz witzig sein.
So auch 2012 der Geburtstag von Zwillingen aus dem Freundeskreis. Es war Karneval und es gab ein Motto: "Schurken und Helden"


Die Kinder waren alle um die 6 Jahre alt und die Eltern hatten eine Schnitzeljagd vorbereitet.

Ich war als Schurke da, als ganz gemeiner, fieser Western-Schurke.
Und da die Schnitzeljagd natürlich geplant war, war auch ein Auftritt von mir als Schurke ganz zum Schluss vor dem Haus der Gastgeber geplant. Damit den Eltern Zeit verschafft wurde, das Abendessen vorzubereiten, sollten der WPG und ich die Kinder noch etwas nach der Schnitzeljagd beschäftigen.
Vor der Schnitzeljagd hatten wir schon die Steckbriefe aufgehängt und diversen Kindern erklärt und vorgelesen, was da stand.

Ich habe mich dann am Haus also vor die ankommenden Kinder gestellt und behauptet, ich hätte das Abendessen geklaut und sie mussten sich über ein Spiel das Anrecht auf Abendessen zurück erspielen. Das hat zu ganz unterschiedlichen Reaktionen geführt: Einige Kinder waren ganz erpicht auf das Spiel, andere waren den Tränen nahe weil sie was zu Essen haben wollten (eine Stunde zuvor erst war die Kuchentafel aufgehoben worden! Hunger konnten sie nicht haben!) und wieder andere waren empört, dass die liebe Cowboy-Frau doch nicht so lieb sei.

Die Idee mit den Steckbriefen kam uns etwa eine Halbe Stunde, bevor der WPG und ich zum Geburtstag aufbrechen mussten. Wir saßen in unseren Kostümen in der Küche. Also hat der WPG fix die Kamera geholt, ich hab mir ne Schoko-Zigarette genommen und dann wurde das Verbrecherfoto gemacht. Also es war ein normales Foto, das dann durch Bearbeitung auf Schwarz-weiß Bild umgemünzt wurde. Mit einer hübschen Western-Schrift wurde der Steckbrief vervollständigt und dann haben wir das DIN A4 Blatt gut 20 mal ausgedruckt, um damit das Zimmer zu ordentlich auszustatten, in dem der Kindergeburtstag statt fand.

Freitag, 19. Februar 2016

Hough - Kleidung für ein Western-Krimidinner: der Häuptling

Erstellungsdatum: 25.12. - 27.12.2015


Letzte Woche gab es Teil I zu den Outfits des Western Krimi-Dinners.

Der Wurzelprinzgemahl hatte die Rolle des Kangee erhalten, einem stolzen Indianerhäuptling. Für diese Rolle hatten wir nun beim besten Willen und bei großem Kostümfundus rein gar nichts da. Aber wozu kann man (bzw. Gnom) nähen?
Erst wollte der Herr ein Kostüm kaufen. Als ihm bewusst wurde wie teuer alleine schon einfache Poly-Kostüme sind, hat er mir dann endlich zugehört: Ein klassischer Tunikaschnitt kann mit Fransenborte an den Ärmeln und Webborte am Halsausschnitt einen Häuptling wohl zieren.
Die Tunika war schnell genäht, einzig die Borten anzunähen hat länger gedauert, da ich mir die Handarbeit nicht verkneifen konnte. Etwas lästig war das Annähen der Federn, da das Garn sich immer wieder mit dem Flausch der Federn verknotete. (Netter Fakt am Rande: Während ich die Federn angenäht habe haben wir Shadowrun gespielt und im Spiel zufälligerweise mit nativen US-Amerikanern zu tun gehabt. Handnähen und Sticken am Rollenspieltisch ist bei uns in diversen Runden nichts außergewöhnliches, denn viele unserer Pen and Paper Freunde haben auch Larp als Hobby und da muss man manchmal eben die "Telling" Zeit auch fürs Handarbeiten nutzen.)
Im Übrigen hatte ich die Federn auch in meinem Fundus - der Gnom-Fundus: unendliche Weiten (die Herr WPG es so gerne sagt...).


Ein Stirnband für die Federn musste auch her. Das Band ist aus einfachem braunen Stoff, den ich als Röhre genäht, gewendet und mit Borde versehen habe. Et viola: Nach nur 10 Minuten ist das Stirnband fertig (hier habe ich die Borte mit der Maschine aufgenäht, da drängte die Zeit dann doch).


Als Hose hat die Rothaus dann eine braune Leinenhose aus dem Larp-Klamotten-Fundus getragen. Dann musste ich nicht noch mehr nähen, denn wirklich Zeit dazu hatte ich erst an den Feiertagen (wie gut, wenn man das Fest Mitte/Ende Dezember nicht begeht und nicht feiert, dann hat man schöne freie Tage zum nähen!).

Das KrimiDinner war super, eines der besten wenn nicht das beste von Krimi Total, das ich selbst je gespielt habe (ich habe so ca. die Hälfte der Krimis von der Marke schon gespielt).

Beim Nähen habe ich zum Großteil Filmmusik von Spaghettiwestern gehört. Ich habe ohnehin eine große Sammlung an Westernmusik, wobei 80 % davon von Ennio Morricone sind. Ich liebe seine Art und die Ironie bzw. das musikalische "Augenzwinkern" bei manch seinen Liedern (z.B. bei The wild Horde aus dem Film Mein Name ist Nobody. Aber auch die Tragik und Epos kommen bei ihm nicht zu kurz. Entsprechend habe ich eine Playlist zusammengestellt für das Dinner, in der ich Western-Filmmusik und Western-Klavier-Saloon-Musik gemixt habe.

Zum Abschluss heute gibt es ein paar Impressionen vom Dinner selbst (allerdings nur vom Häuptling und der "bleichgesichtigen Winyan, die Hosen trägt"). Ich kann aber versichern, dass die anderen Dinner Teilnehmer nicht weniger gut verkleidet waren.


Hough, der große Häuptling hat gesprochen - und die Revolverheldin spielt mal wieder gedankenverloren an den Revolvern rum...


Ich freue mich auf das nächste Dinner. Das spontane basteln und nähen von Kleidung und Accessoires für Settings, in denen wir sonst nicht unterwegs sind, macht mir großen Spaß.

Freitag, 12. Februar 2016

Yeeeha - Kleidung für ein Western-Krimidinner: die Revolverheldin

Erstellungsdatum: 19.12. - 27.12.2015


Yeeha Greenhorns.
Wenn die Outlaws und die Gringos ihre Sporen wetzen und die Schießeisen polieren, dann steht Ärger ins Haus. Wollen wir doch einmal sehen, ob es da drüben im Saloon nicht ein gutes Feuerwasser gibt, dass die Kehle von Staub befreit... Aber was ist das? Der Saloonbesitzer, ein Amigo, ist tot - nun heißt es heraus zu finden, wer der Anwesenden der Mörder ist. Der Strick wartet schon!


Zwischen den Feiertagen zum Ende des Jahres 2015 haben wir mit Freunden erneut ein Krimi Dinner geplant und gespielt. Diesmal war es von Krimi Total "Zum Geier mit dem Mord".

Ich hatte von der Glücksfee der Rollenzuteilung die "Lucky Lilli" erhalten, eine attraktive Revolverheldin. In der Rollenbeschreibung waren recht eindeutige Angaben für die Kostümierung.

Karobluse/-hemd - check
Jeans - check
Chaps (diese Dinger, die man als Hosenschutz beim reiten trägt) - öhm was?
Cowboyhut - Yeeehaw, check (das war der erste Hut, den ich mir je zugelegt habe - inzwischen hab ich fast ein Duzend Hüte)
Revolver - endlich ein Grund sich Karneval-Revolver zu holen
Lederweste - noch was zum nähen

Weitere Accessoires, die ich dann selbst noch haben wollte:
Revolverholster - muss ich nähen
Sporen - musste ich kaufen
Schuhe passend zu den Sporen - hatte ich da
und natürlich: ein rotes Halstuch - check!


Erst einmal zu den Revolvern: Ich hatte Kinder-Revolver gekauft (ist mir erst später aufgefallen, dass die Dinger doch recht klein waren). Beim Kaufen war mir primär wichtig, dass sie nicht komplett aus Plastik sondern der Lauf, die Trommel etc. aus Metall sind. Grund dazu: Dann konnte ich die Herstellerangaben (Produktionsort etc.) einfach mit einer Feile beseitigen. Yes my dear Readers, ich habe die "Seriennummern" abgefeilt.
Dann sahen mir die Revolver noch zu glänzend und neu aus. Also habe ich schwarzen Nagellack genommen, auf die Revolver geschmiert und verrieben (zum Teil unter Nutzung vom kaltem Wasser). Jetzt hat sich der Lack an den Verzierungen schön gesammelt und die Revolver sehen mehr danach aus, dass sie auch schon genutzt wurden - und die Revolver einer Revolverheldin werden ja wohl auch genutzt sein!

Die Chaps habe ich frei Schnauze zugeschnitten: Eine Jeans auf den Stoff  legen, drum herum ausschneiden und die Beinröhren dann passend auf "Arsch muss frei bleiben" zuschneiden. Aber halt - einfach nur dunkelbraune Röhren sind nicht das, was ich will. Der WPG und ich schauten beim Zuschneiden eine Serie und da trug jemand so richtig kitschige US-Südstaaten-Stiefel mit solchen Verzierungen aus Ledern und Nieten drauf. Yeehaw, genau das will ich haben. Auf einem passenden, senffarbenem Stoff habe ich solche Zierelemente aus dem Handgelenk aufgemalt, mit doppelseitigem Bügelvlies hinterbügelt und zugeschnitten. Als Applikation habe ich dann diese Elemente auf den dunkelbraunen-Chap-Stoff gebracht. Da ich kein passendes senffarbenes Garn hatte habe ich einfach graues Garn zum applizieren genommen.
Mit senffarbenem Schrägband (die Weiten meines Näh-Fundus sind noch nicht ergründet und vermutlich nahezu unendlich ;) ) habe ich die Säume sauber abgesetzt.


Die Holster sind ebenfalls frei Schnauze zugeschnitten. Die Pistolen auf dem Stoff liegend habe ich rumgeschnibbelt, genäht, wieder rumgeschnibbelt und versucht irgendwas passendes zu den Chaps zu machen. Da ich auf den Holstern die Zierstücke unangebracht fand, habe ich hier einfach nur das Schrägband angebracht.

(Ich finde, der Yankee-Look steht mir ;) )

Die Weste ist nach dem Schnitt New Look 6914 entstanden, den ich bereits für meine Steampunk-Westen (Nummero eins, Nummero zwei) genutzt habe. Auch hier habe ich die Zierstücke in senf-farben aufgebracht.
Damit meine "weiblichen Reize" besonders zur Geltung kommen wollte ich die Weste möglichst eng gestalten. Was, wenn es dann nicht mehr passt? Bei Korsetts macht man genau dafür eine Schnürung rein - also warum nicht auch in eine Weste?
Gesagt, getan, das Rückenteil war schnell aufgeschnitten und verarbeitet. Was ich letztlich nicht bedacht habe: Trotz der nun fehlenden 3 cm in der Weite (nicht eingeplante Nahtzugaben für die Öffnung im Rückenteil) und einem Zuschnitt nach kleinster passender Größe ist die Schnürung ad absurdum geführt: Ich passe in die Weste rein und die Schnürung klafft nirgends auseinander. Dennoch sitzt die Weste super. Ich muss mich erst noch an kleinere Konfektionsgrößen gewöhnen (ich habe etwas abgenommen seit Ostern 2015 und das macht so einiges aus)!


Als Knöpfe habe ich welche verwendet, die ich gerade erst einem Pullunder abgenommen hatte. Der Pullunder ist schick aber diese Knöpfe drauf waren einfach nur hässlich - jetzt hat beides seine separate Bestimmung!


Alle Schrägbänder habe ich erst einseitig mit der Maschine festgenäht und dann auf der Kleidungsstück-Innenseite per Hand angenäht, so dass man hier keine Nähte sieht (ich finde das so schicker).


Und nächste Woche gibt es dann das Kostüm des WurzelPrinzGemahls und Fotos vom Dinner!