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Freitag, 14. April 2023

Ein Gouverneur in der Karibik

Erstellungsdatum: Februar 2023


Letzte Woche habe ich bereits vom Piraten KrimiDinner berichtet.

Der Wurzelprinzgemahl benötigte eine Klamotte, die für seine Rolle passte: Gouverneur William Peacock.

 

Ich hatte noch einen Stoff im Stash, der hier passte: Kupferfarben und in ausreichender Menge vorhanden (eigentlich für ein Ballkleid gedacht aber mir war die Lust auf das Ballkleid vergangen...). Für eine Weste würde der Stoff noch reichen - was aus dem Rest des Stoffes wurde, erzähle ich dann später einmal, wenn das zugehörige Kostüm auch getragen und abgelichtet wurde.

Das Schnittmuster ist Simplicity 4923. Hier habe ich allerdings so modifiziert, dass es echte Taschen gab. Im Schnittmuster sind nur Taschenklappen aufgesetzt, darunter sind keine Taschen (wer macht denn sowas...).

Das Futter für das Kostüm war aus einem Rest von keine Ahnung welchem Kostüm. Der Schwarze Stoff für die Rückseite hat schonmal bei der KrimiDinner Amazone Verwendung gefunden. Die Knöpfe sind ein Geschenk von einer Dame aus dem grünen Forum, silbern mit Ankermotiv.

Das Hemd haben wir extra gekauft, die Taschenuhr hatte ich mir zum Doctor Who Gehrock geholt.

Die Hose ist auch von mir genäht und wurde schon bei anderen Gelegenheiten getragen.

Freitag, 7. April 2023

Als Captain zu hoher See

Erstellungsdatum: Februar 2023


Für den März 2023 war im altbekannten Kreis wieder ein Krimi Dinner geplant. Es ging diesmal um den "verfluchten Schatz der Piraten"

Die Glücksfee hatte mir die Rolle der Captain Isabella Morgan zugeteilt. Die Kostümbeschreibung: Hose, Kapitäns-Jacke, Hut mit Feder, Stiefel... Erst hatte ich überlegt, das Ganze als Setampunk-Piratin auszulegen und einfach meinen Doctor Who Mantel zu nutzen. Doch da der Wurzelprinzgemahl ein neues Kostüm brauchte, habe ich mir auch einen neuen Mantel genäht.

 Das Schnittmuster ist Butterick B6114. Die Stoffe waren allesamt im Stash vorhanden. Der blaue Hauptstoff ist von Freunden ein "ach du nähst doch gerne, wir haben beim Ausmisten bei einem verstorbenem Verwandten diesen Stoff hier gefunden"-Geschenk gewesen. Ein grobstrukturiertes Naturfaser-Mischgewebe. Der rote Stoff ist ein Rest von der Konventsrobe des WPG. Der Schwarze Stoff ist ein Rest von einem meiner Ballkleider. Gefüttert war der Gehrock mit einem gelben, leichten Baumwollstoff, der auch für die viktorianische Barbie schon als Futter hergehalten hat. Die Knöpfe sind ein Geschenk von einer Dame aus dem grünen Forum, gold-schwarz mit Windrose. Die Brosche am Stehkragen der Bluse ist ebenfalls von dieser Dame ein Geschenk.Was man kaum sieht ist ein roter Ledergürtel mit Wechselschnalle: Einem silbernem Schädel.


Bluse und Hose habe ich extra gekauft. Den Dreispitz habe ich von Tabea Birkenbinder genommen. Die Federn hatte ich noch einfach so im Vorrat. Stiefel und Ohrring (ja, es ist nur einer für das Kostüm) sind aus dem normalen Kleidungs-Fundus. Und die Kette (man sieht den Anhänger auf den Fotos nicht) ist ein Windrosen-Anhänger aus dem Schmuckbastel-Stash.

Das Dinner hat mal wieder viel Spaß gemacht. Diesmal sind ganze zwei Stimmen auf den wirklichen Mörder gefallen und er wurde nicht verurteilt. Aber so ist es eben, wenn so viel Seefahrer-Volk unter Rum-Einfluss zusammen ist ☺

Freitag, 21. Oktober 2022

Nachts im Salon Rouge - die Tänzerin beim KrimiDinner

 Erstellungsdatum: Sommer 2018

 

Die Wahl für das KrimiDinner 2018 fiel auf Nachts im Salon Rouge. Ich hatte die Rolle einer jungen  Burlesque-Tänzerin zugelost bekommen.

 


Ich hatte ein wenig Zeit als Vorlauf und habe Satin und steifen Chiffon in rot und schwarz geordert. Als erstes kam das Korsett an die Reihe. Das Schnittmuster ist ein altbewährtes, von dem ich gar nicht mehr weiß, woher der Schnitt ursprünglich kommt. Ich habe hier von einem Probeteil die Stücke liegen und nutze diese für den Zuschnitt.

In den Tunneln sind Spiralstäbe verarbeitet, die Ränder sind mit schwarzem Satin-Schrägband abgenäht. Unter der Schnürung liegt eine Blende.

Ich habe wenige Wochen vor dem Dinner genäht. Bei Korsetts kann man nicht vorsichtig genug sein, weswegen ich hier tatsächlich ein Probeteil genäht habe (was sonst überhaupt nicht meine Art ist). Es passte alles perfekt!

Am Tag des Dinners dann zog ich das Korsett an und über eine geänderte Sport-Routine hatte ich mich so verändert, dass ich es wieder ausziehen musste, mit Klebe-Schalen der Oberweite nachhelfen musste und dann mich wieder einschnüren lassen musste.

Der Rock wurde frei-Schnauze zugeschnitten: Grobe Idee skizziert, Unterrock zum Sichtschutz für den Intimbereich genäht und an den Bund dann 10 Lagen Chiffon-Bausch-Röcke angesetzt.


Auch hier hätte ich im Endeffekt anders nähen sollen. Der klassische und eigentlich gewollte Burlesque-Look verschwindet in der Materialschlacht.

Als das Rock-Monster jedoch fertig war, hatte ich keine Lust mehr, nochmal neu zu nähen...


Die Röcke sind alle mit Rollsaum versehen:


Und das Röckchen unten drunter hat eine tragende Rolle!

Das Dinner war spaßig und wir hatten einen tollen Abend mit Freunden.

Freitag, 23. September 2022

Die Fantasy Amazone im vollen Klischee

 Erstellungsdatum: Februar und März 2022


Anfang 2022 wurde das nächste KrimiDinner im Freundeskreis angepeilt: Die Legende der Sturmklinge

 

Mir wurde die Rolle der Amazone zugeteilt. Ich hatte richtig Laune zu basteln und zu nähen und dachte mir: Wenn schon Fantasy-Klischee, dann bitte auch richtig. In der beschreibung stand etwas von "knapper Rüstung" - Na Xena lässt grüßen...

 

 

Mit verschiedenen Kunstledern habe ich mich ans Werk gesetzt und mehr frei Schnauze als nach Anleitung gebastelt.

 

 

Herausgekommen sind:

  • Ein Oberteil nach gaaaanz grober Idee vom Schnittmuster Simplicity 2442
  • Ein Streifenrock nach grober Idee Wonder Woman (Film von 2017) - allerdings nicht ganz so knapp!
  • Armstulpen 
  • Ein Cape - schließlich sollte im Februar gespielt werden und ich hatte die Befürchtung zu kalt zu bekommen
 

 

Neben dem Kunstleder kam beim Cape noch Baumwollstoff zum Einsatz. Ich habe einen alten Metall-Ziergürtel auseinander genommen und die noch nicht kaputten Elemente auf Rock und Cape genäht. Zudem habe ich eine schwarze Kette für das Cape geholt.



Das KrimiDinner wurde dann auf Grund der Pandemie in den September verschoben. Am Tag selbst habe ich dann noch ein wenig Zeit in die Frisur und die Schminke investiert.


Das KrimiDinner war sehr gut. Mit den richtigen Leuten am Spieltisch und allgemeinem Spaß am Verkleiden und Rollenspielen hat man so einen wundervollen Abend.

Wir haben nicht alle unsere Spielziele erreicht aber wir haben den Mörder identifizieren können und ein zusätzliches Investigativ-Spielziel erreicht. Das können wir nicht von allen Dinnern behaupten.



Der WurzelPrinzGemahl spielte den Magier (Beiname "der Rote") und hier passte die Konventsrobe seines Larp-Charakters perfekt. Diese habe ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgestellt, da sie selbstverständlich auch von mir genäht wurde.

Zudem war das Nonnenkostüm wieder einmal im Einsatz. Das war nun schon der 3. KrimiDinner Einsatz des Kostüms und ich bin etwas erstaunt, wie häufig Nonnen im KrimiDinner bespielt werden.

Freitag, 11. September 2020

Der Frack für den extravaganten Lebemann - Lord Nathanial Bryson (KrimiDinner)

Erstellungsdatum: Juli - August 2020

Vergangene Woche habe ich das Kostüm von Julia Somerset vorgestellt.
Heute geht es um das Kostüm des Wurzelprinzgemahl

Er hatte den Gastgeber, frischen Witwer und skandalösen Lebemann als Rolle zugelost bekommen.


Der Herr meinte, die Fracks und Gehröcke, die er bereits habe, seien nicht extravagant genug. Ich darf was neues nähen? Super. Also stimmte ich ihm zu.
Doch nicht nur die Farbwahl sollte Extravaganz ausstrahlen, auch der Schnitt sollte es. Und so hat er sich für das Schnittmuster Simplicity 1039 entschieden. Ich habe das Oberteil etwas abgewandelt nach den Vorstellungen des WPG.


Der Hauptstoff ist dunkelblaues Velours-Leder. Futter und Kragenaufschlag sind aus rotem Stoff, der vollständig mit Vlieseline versehen werden musste, damit er nicht in alle Richtungen sich weg-stretchte (in der Online-beschreibung hieß es "nicht stretchig"... Gut, dass ich immer genug Vliesline im Haus habe). Und als Hingucker kam noch der Kragen und die Manschetten aus petrolfarbenem Stoff dazu.

(Vielen lieben Dank an das Krimi Total Team, das mir die Erlaubnis gegeben hat, dieses Bild darzustellen.
Es ist die Rollen-Karte, die man einige Zeit vor dem Dinner mit Grundinformationen zum Charakter bekommt.)



Auf die Weste hat der Herr verzichtet. Bei einem Spiel im Sommer ist die Gefahr zu warm angezogen zu sein sehr groß. Und als Extravaganz kann man ja auch die Entscheidung gegen Weste auslegen.


Gemeinsam mit den goldenen Knöpfen macht das Ganze schon etwas comichaftes her. Ich musste beim Nähen immer wieder an "Graf Duckula" denken. Auf dem Dinner hatte ich dann die Darstellung des "Penguin" aus der Serie Gotham im Kopf.


Das Hutband habe ich ebenfalls passend zum Gewand genäht.


Und wenige Stunden vor dem Dinner fiel dem Herrn ein, dass eine Ziernadel/Brosche am Revers ja doch schick wäre. Also hab ich noch schnell aus einem Metallplättchen und einer DIY-Hutnadel etwas gebastelt. Wie gut, dass der Fundus aka Stash so groß ist und der Schmucksteinkleber bei den warmen Temperaturen so fix getrocknet ist.


Mit den beiden Kostümen habe ich also mein Vorläufiges-Nähzimmer (Provisorium auf unbekannte Zeit) eingeweiht.
Mal sehen, ob wir die Kostüme je nochmal tragen und zu welchem Anlass.

An sich geben wir doch ein nettes Pärchen ab, der "Penguin" und die "Barbie Piggy"...

Die Hose hat der WPG schon länger im Schrank hängen und wurde ihm auch von mir genäht. Bislang haben wir sie noch nie richtig abgelichtet und ich sie deswegen noch nicht richtig vorgestellt. Auf dem letzten Bild sieht man angedeutet, dass die Taschen von der Hose durchaus einen Charme haben durch eine eckige Abdeckung.

Freitag, 28. August 2020

Die Dame in rosa und gelb - Julia Somerset (KrimiDinner)

Erstellungsdatum: Juli - August 2020

Es war Jahresbeginn 2020 und ein KrimiDinner stand ins Haus: Der Fall einer Lady. Bespielt wird eine britische Adelsgesellschaft in der viktoriantischen Zeit.
Aufgrund der Pandemie und dadurch, dass wir im Spielerkreis auch Betroffene hatten, hat sich das Dinner verschoben und verschoben und verschoben. Final wurde dann der Termin Ende August umgesetzt. Wir hatten unsere Rollen aber schon Monate im Voraus zugelost bekommen.


Im Juni haben wir im ganz kleinen Kreis ein Dinner zwischengeschoben, weil wir einfach wieder spielen wollten. Bis zu dem Zwischen-Dinner hatten der Wurzelprinzgemahl und ich noch die Meinung: Wir haben genug Kleidung und Kostüme im Fundus vom Steampunk-Larp.
Nach dem Zwischen-Dinner hatte es uns aber gepackt und wir haben uns doch für neue Gewandung entschieden. Ich hatte mein Nähzimmer provisorisch endlich eingerichtet und wollte unbedingt nähen.
Also wurde Stoff bestellt und genäht, genäht und genäht.


Ich habe mich für die Umsetzung des Schnittmusters Butterick 6692 entschieden. Allerdings habe ich der Bequemlichkeit halber gegen das Stabstahl-einbauen in den Ropck selbst entschieden, sondern einen Cul de Paris nach Burda 7880 entschieden. Ich habe zwar schon zwei entsprechende Stücke (einen habe ich hier schon gezeigt) aber die passten nicht zum Farbkonzept des Kostüms.


Das Farbkonzept... Meine Figur war die der "Julia Somerset", einer jungen Dame aus adeligem Hause. Sie war mit der Ermordeten nicht Bekannt aber ist mit ihrem Neffen verlobt. Eine unschuldige 18-jährige, die ganz viel Herzschmerz und Drama in sich trägt (Ganz wie in den einschlägigen Romanen in dieser bzw. über diese Zeit).
Und auf der Rollenbeschreibung war ihre Kleidung in gelb-rosa dargestellt.

(Vielen lieben Dank an das Krimi Total Team, das mir die Erlaubnis gegeben hat, dieses Bild darzustellen.
Es ist die Rollen-Karte, die man einige Zeit vor dem Dinner mit Grundinformationen zum Charakter bekommt.)

 

Rosa? Gelb? Genau meine Farben! Ähm... nagut. Herausforderung ist Herausforderung.
Ich habe Satin für das Kostüm gewählt - schließlich brauchte ich 10 m rosa Stoff und 2 m gelben Stoff und ich werde dieses Kostüm voraussichtlich nie wieder tragen. Da wollte ich einen günstigen Stoff haben.

Das Bild der Rolle hatte einen Rock, der nicht wirklich viktorianisch war in meinen Augen, weswegen ich im Schnitt weiter abgewichen bin von der Darstellung als in den Farben.


Als ich den Wurzelprinzgemahl zur Stoffauswahl hinzugezogen habe (ich hatte mehrere rosa-Töne in der Auswahl), da sagte er recht trocken: "Rosa und gelb stehen dir echt nicht. Dafür hast du zu dunkle Haare." Meine Antwort: "Ich hab schon ne blonde Perücke geordert."

Was habe ich nun also alles gemacht?
  • Einen Cul de Paris aus rosa Baumwolle
  • Einen Rock mit Schichten und Schichten und Schichten und gaaanz viel Spitze (ca. 15 m)
  • Ein Oberteil, wobei ich im Rückenbereich vom Schnittmuster abgewichen bin. Ich musste eine sich öffnende Mittelnaht einbauen, da meine Schultern zu breit sind. Irgendwo musste ich ein wenig Bewegungsfreiheit her nehmen. Zudem habe ich den Kragen selbst hinzu-entworfen, um mich der Darstellung auf der Rollenbeschreibung anzunähern
  • Eine Perücke frisiert.
  • Ein Halsband.

Als meine Schneiderpuppe das Kostüm dann trug, da habe ich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Ich habe ein rosa Bonbon genäht.
In der Diskussion mit anderen Freunden, die an dem Dinner nicht teilgenommen haben, sagte ich: "Dieses Rosa steht echt niemandem." Und irgendwer sagte: "Doch, Miss Piggy"

Also hat das Kostüm jetzt den Spitznamen "Miss Piggy".

Gemeinsam mit der Perücke dann kam auch noch die "Barbie"-Assoziation auf, allerdings erst am Tag des Dinners selbst.

(Hier sieht man die Perücke bzw. die Frisur etwas besser)

Das Dinner hat unheimlich Spaß gemacht. Meine Rolle war zwar eher schweigsam aber im Endeffekt habe ich meine Spielziele erreicht.

Zum Abschluss lass eich euch ein Bild da, wo Julia mit ihrem Verlobten zusammen posierte (den Herren habe ich weggeschnitten) - aber man sieht die Vorbehalte der jungen Dame gegen diese Verbindung.

Ich hätte mich vor dem Dinner wirklich besser mal schminken sollen - aber mir fehlte zum einen die Zeit davor und zum anderen war es so warm und schwül, dass ich es weggeschwitzt hätte. Meine Augenringe sind halt ausgeprägt und das sieht man stark, wenn ich meine Brille nicht trage.
Und dass ich selbst keineswegs mehr 18 bin, das sieht man ja recht deutlich und das hätte ich auch nicht überschminkt bekommen...

Freitag, 19. Februar 2016

Hough - Kleidung für ein Western-Krimidinner: der Häuptling

Erstellungsdatum: 25.12. - 27.12.2015


Letzte Woche gab es Teil I zu den Outfits des Western Krimi-Dinners.

Der Wurzelprinzgemahl hatte die Rolle des Kangee erhalten, einem stolzen Indianerhäuptling. Für diese Rolle hatten wir nun beim besten Willen und bei großem Kostümfundus rein gar nichts da. Aber wozu kann man (bzw. Gnom) nähen?
Erst wollte der Herr ein Kostüm kaufen. Als ihm bewusst wurde wie teuer alleine schon einfache Poly-Kostüme sind, hat er mir dann endlich zugehört: Ein klassischer Tunikaschnitt kann mit Fransenborte an den Ärmeln und Webborte am Halsausschnitt einen Häuptling wohl zieren.
Die Tunika war schnell genäht, einzig die Borten anzunähen hat länger gedauert, da ich mir die Handarbeit nicht verkneifen konnte. Etwas lästig war das Annähen der Federn, da das Garn sich immer wieder mit dem Flausch der Federn verknotete. (Netter Fakt am Rande: Während ich die Federn angenäht habe haben wir Shadowrun gespielt und im Spiel zufälligerweise mit nativen US-Amerikanern zu tun gehabt. Handnähen und Sticken am Rollenspieltisch ist bei uns in diversen Runden nichts außergewöhnliches, denn viele unserer Pen and Paper Freunde haben auch Larp als Hobby und da muss man manchmal eben die "Telling" Zeit auch fürs Handarbeiten nutzen.)
Im Übrigen hatte ich die Federn auch in meinem Fundus - der Gnom-Fundus: unendliche Weiten (die Herr WPG es so gerne sagt...).


Ein Stirnband für die Federn musste auch her. Das Band ist aus einfachem braunen Stoff, den ich als Röhre genäht, gewendet und mit Borde versehen habe. Et viola: Nach nur 10 Minuten ist das Stirnband fertig (hier habe ich die Borte mit der Maschine aufgenäht, da drängte die Zeit dann doch).


Als Hose hat die Rothaus dann eine braune Leinenhose aus dem Larp-Klamotten-Fundus getragen. Dann musste ich nicht noch mehr nähen, denn wirklich Zeit dazu hatte ich erst an den Feiertagen (wie gut, wenn man das Fest Mitte/Ende Dezember nicht begeht und nicht feiert, dann hat man schöne freie Tage zum nähen!).

Das KrimiDinner war super, eines der besten wenn nicht das beste von Krimi Total, das ich selbst je gespielt habe (ich habe so ca. die Hälfte der Krimis von der Marke schon gespielt).

Beim Nähen habe ich zum Großteil Filmmusik von Spaghettiwestern gehört. Ich habe ohnehin eine große Sammlung an Westernmusik, wobei 80 % davon von Ennio Morricone sind. Ich liebe seine Art und die Ironie bzw. das musikalische "Augenzwinkern" bei manch seinen Liedern (z.B. bei The wild Horde aus dem Film Mein Name ist Nobody. Aber auch die Tragik und Epos kommen bei ihm nicht zu kurz. Entsprechend habe ich eine Playlist zusammengestellt für das Dinner, in der ich Western-Filmmusik und Western-Klavier-Saloon-Musik gemixt habe.

Zum Abschluss heute gibt es ein paar Impressionen vom Dinner selbst (allerdings nur vom Häuptling und der "bleichgesichtigen Winyan, die Hosen trägt"). Ich kann aber versichern, dass die anderen Dinner Teilnehmer nicht weniger gut verkleidet waren.


Hough, der große Häuptling hat gesprochen - und die Revolverheldin spielt mal wieder gedankenverloren an den Revolvern rum...


Ich freue mich auf das nächste Dinner. Das spontane basteln und nähen von Kleidung und Accessoires für Settings, in denen wir sonst nicht unterwegs sind, macht mir großen Spaß.

Freitag, 12. Februar 2016

Yeeeha - Kleidung für ein Western-Krimidinner: die Revolverheldin

Erstellungsdatum: 19.12. - 27.12.2015


Yeeha Greenhorns.
Wenn die Outlaws und die Gringos ihre Sporen wetzen und die Schießeisen polieren, dann steht Ärger ins Haus. Wollen wir doch einmal sehen, ob es da drüben im Saloon nicht ein gutes Feuerwasser gibt, dass die Kehle von Staub befreit... Aber was ist das? Der Saloonbesitzer, ein Amigo, ist tot - nun heißt es heraus zu finden, wer der Anwesenden der Mörder ist. Der Strick wartet schon!


Zwischen den Feiertagen zum Ende des Jahres 2015 haben wir mit Freunden erneut ein Krimi Dinner geplant und gespielt. Diesmal war es von Krimi Total "Zum Geier mit dem Mord".

Ich hatte von der Glücksfee der Rollenzuteilung die "Lucky Lilli" erhalten, eine attraktive Revolverheldin. In der Rollenbeschreibung waren recht eindeutige Angaben für die Kostümierung.

Karobluse/-hemd - check
Jeans - check
Chaps (diese Dinger, die man als Hosenschutz beim reiten trägt) - öhm was?
Cowboyhut - Yeeehaw, check (das war der erste Hut, den ich mir je zugelegt habe - inzwischen hab ich fast ein Duzend Hüte)
Revolver - endlich ein Grund sich Karneval-Revolver zu holen
Lederweste - noch was zum nähen

Weitere Accessoires, die ich dann selbst noch haben wollte:
Revolverholster - muss ich nähen
Sporen - musste ich kaufen
Schuhe passend zu den Sporen - hatte ich da
und natürlich: ein rotes Halstuch - check!


Erst einmal zu den Revolvern: Ich hatte Kinder-Revolver gekauft (ist mir erst später aufgefallen, dass die Dinger doch recht klein waren). Beim Kaufen war mir primär wichtig, dass sie nicht komplett aus Plastik sondern der Lauf, die Trommel etc. aus Metall sind. Grund dazu: Dann konnte ich die Herstellerangaben (Produktionsort etc.) einfach mit einer Feile beseitigen. Yes my dear Readers, ich habe die "Seriennummern" abgefeilt.
Dann sahen mir die Revolver noch zu glänzend und neu aus. Also habe ich schwarzen Nagellack genommen, auf die Revolver geschmiert und verrieben (zum Teil unter Nutzung vom kaltem Wasser). Jetzt hat sich der Lack an den Verzierungen schön gesammelt und die Revolver sehen mehr danach aus, dass sie auch schon genutzt wurden - und die Revolver einer Revolverheldin werden ja wohl auch genutzt sein!

Die Chaps habe ich frei Schnauze zugeschnitten: Eine Jeans auf den Stoff  legen, drum herum ausschneiden und die Beinröhren dann passend auf "Arsch muss frei bleiben" zuschneiden. Aber halt - einfach nur dunkelbraune Röhren sind nicht das, was ich will. Der WPG und ich schauten beim Zuschneiden eine Serie und da trug jemand so richtig kitschige US-Südstaaten-Stiefel mit solchen Verzierungen aus Ledern und Nieten drauf. Yeehaw, genau das will ich haben. Auf einem passenden, senffarbenem Stoff habe ich solche Zierelemente aus dem Handgelenk aufgemalt, mit doppelseitigem Bügelvlies hinterbügelt und zugeschnitten. Als Applikation habe ich dann diese Elemente auf den dunkelbraunen-Chap-Stoff gebracht. Da ich kein passendes senffarbenes Garn hatte habe ich einfach graues Garn zum applizieren genommen.
Mit senffarbenem Schrägband (die Weiten meines Näh-Fundus sind noch nicht ergründet und vermutlich nahezu unendlich ;) ) habe ich die Säume sauber abgesetzt.


Die Holster sind ebenfalls frei Schnauze zugeschnitten. Die Pistolen auf dem Stoff liegend habe ich rumgeschnibbelt, genäht, wieder rumgeschnibbelt und versucht irgendwas passendes zu den Chaps zu machen. Da ich auf den Holstern die Zierstücke unangebracht fand, habe ich hier einfach nur das Schrägband angebracht.

(Ich finde, der Yankee-Look steht mir ;) )

Die Weste ist nach dem Schnitt New Look 6914 entstanden, den ich bereits für meine Steampunk-Westen (Nummero eins, Nummero zwei) genutzt habe. Auch hier habe ich die Zierstücke in senf-farben aufgebracht.
Damit meine "weiblichen Reize" besonders zur Geltung kommen wollte ich die Weste möglichst eng gestalten. Was, wenn es dann nicht mehr passt? Bei Korsetts macht man genau dafür eine Schnürung rein - also warum nicht auch in eine Weste?
Gesagt, getan, das Rückenteil war schnell aufgeschnitten und verarbeitet. Was ich letztlich nicht bedacht habe: Trotz der nun fehlenden 3 cm in der Weite (nicht eingeplante Nahtzugaben für die Öffnung im Rückenteil) und einem Zuschnitt nach kleinster passender Größe ist die Schnürung ad absurdum geführt: Ich passe in die Weste rein und die Schnürung klafft nirgends auseinander. Dennoch sitzt die Weste super. Ich muss mich erst noch an kleinere Konfektionsgrößen gewöhnen (ich habe etwas abgenommen seit Ostern 2015 und das macht so einiges aus)!


Als Knöpfe habe ich welche verwendet, die ich gerade erst einem Pullunder abgenommen hatte. Der Pullunder ist schick aber diese Knöpfe drauf waren einfach nur hässlich - jetzt hat beides seine separate Bestimmung!


Alle Schrägbänder habe ich erst einseitig mit der Maschine festgenäht und dann auf der Kleidungsstück-Innenseite per Hand angenäht, so dass man hier keine Nähte sieht (ich finde das so schicker).


Und nächste Woche gibt es dann das Kostüm des WurzelPrinzGemahls und Fotos vom Dinner!