Freitag, 22. Januar 2021

Mund-Nasenschutz

 

Erstellungsdatum: März bis September 2020

Nachdem das Jahr 2020 gesund anfing, wurde es auf der Welt mit und mit schlechter. Die Corona Pandemie hat den Alltag im Griff.


Jeder, der auch nur einen Hauch Ahnung vom Nähen hat, hat irgendwann in dieser Zeit Mund-Nasenschutz für sich, den Haushalt und gegebenenfalls auch noch zu karitativen Zwecken genäht. Ich selbst habe für den Wurzelgnom&WPG Haushalt ein paar Mund-Nasenschutzvariationen genäht.

Mit etwas Recherche habe ich auch schon im März eine schöne Anleitung gefunden, wo man keine Metallbügel für die Nase einnähen muss. Zudem hatte ich lange einen Schlitz offen gelassen zwischen den beiden Stofflagen, um bei Bedarf noch eine Stofflage einfügen zu können - lange stand ja nicht fest, wie viele Lagen Stoff jetzt in Ordnung und damit Regelkonform sind. Ich habe inzwischen auch FFP2-Masken und Mund-Nasenschutz mit anderem Schnitt (von meiner Mutter genäht) getragen und finde "meinen" Schnitt für Brillenträger immernoch am geeignetsten.


Die erste Charge war mit viel zu langen Bändern - ganz bewusst, um mit Kordelstoppern die Länge selbst festlegen zu können. So sind die Mund-Nasenschutze sowohl für mich mit etwas schmalerem Dickkopf als auch für den WPG mit etwas dickerem Nicht-Dickkopf geeignet.

Charge Nummer zwei war dann mit Gesichts-angepassten Bändern, rund 15 für mich und rund 15 für den WPG.

Nix dolles, nix wundervolles, einfach Zeugs für den Alltag in diesem verrückten Jahr.

Freitag, 8. Januar 2021

Traumfänger "Phasen des Mondes"

Erstellungsdatum: 1. Dezemberwoche 2020


Im grünen Forum findet jedes Jahr ein Weihnachtswichteln statt. 2020 hatte ich viel Elan und habe daran teilgenommen. Für mich ist das Schönste am Wichteln nicht, dass ich etwas bekomme, sondern dass ich jemandem etwas schenken kann. Und wie sollte es auch sein: Beim Wichteln im grünen Forum geht es ums selber machen!Ich habe mir aus der Wunschliste einen Wunsch ausgesucht, der da lautete:

Wanddeko im paganen Stil.

 

Der Wunsch war noch weiter ausformuliert, ließ aber sehr viele Freiheiten bei der Ausgestaltung. Unter anderem war als Idee Traumfänger und Makramee genannt. Und die Farbe schwarz gehört zu den Farbvorstellungen der Wünschenden.

 

Ich habe dann etwas ausprobiert, was ich seit Jahren machen wollte und wozu ich 7 Jahre zuvor schon Metallringe gekauft hatte. Ich habe Traumfänger gebastelt. Aber ein einfacher Traumfänger ist nicht genug. Ich hatte die Idee, die Mondphasen (zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond) zu verarbeiten und landete dann recht schnell bei 3 Traumfängern, die miteinander kombiniert werden.

 

Ich selbst bin kein Freund von großem Gebamsel und weiß auch nicht, wie viel Platz unter der Deko bis zu eventuellen Haustieren ist, so dass ich auf Fadenfluten an den unteren Rändern der Traumfänger verzichtet habe. So ist die Deko zwar schlicht aber ich persönlich finde sie sogar so gut, dass ich sie selbst auch so nutzen würde (wenn ich je ein eigenes Hexenhaus zur Verfügung hätte).

Freitag, 25. Dezember 2020

Der Jahreskreis als "Poster"

Erstellungsdatum: 1. Dezemberwoche 2020


Im grünen Forum findet jedes Jahr ein Weihnachtswichteln statt. 2020 hatte ich viel Elan und habe daran teilgenommen. Für mich ist das Schönste am Wichteln nicht, dass ich etwas bekomme, sondern dass ich jemandem etwas schenken kann. Und wie sollte es auch sein: Beim Wichteln im grünen Forum geht es ums selber machen!Ich habe mir aus der Wunschliste einen Wunsch ausgesucht, der da lautete:

Wanddeko im paganen Stil.

Der Wunsch war noch weiter ausformuliert, ließ aber sehr viele Freiheiten bei der Ausgestaltung.

Ich habe unter anderem ein Poster gemalt (mit Tusche), auf dem der Jahreskreis mit den paganen Festen abgebildet ist. Passend zu den Jahreszeiten habe ich noch etwas Zierde in die Ecken des Posters gemalt.

Erstaunlicherweise hat diese ganze Aktion 3 Abende und ein paar Stunden an einem schönen Samstag Vormittag gekostet. Aber Gut Ding will manchmal einfach Weile haben.

Oben auf den Bildern habe ich die Ecken "beschwert", damit das Poster glatt liegt. Auf dem nachfolgenden Bild ist es so "rollig", wie es vor dem Verpacken war. Da ich das Poster in einer Papp-Rolle verpackt habe (zusammengerollt), wird es inzwischen arg eingerollt sein.

Ich zeichne ganz gerne mit Tusche, weiß aber nach dem Poster wieder, warum ich es nicht so häufig mache: Es ist anstrengend.

Aber das Ergebnis rechtfertigt die Anstrengung!


Freitag, 11. Dezember 2020

Namensschild für den Hexenhaushalt

Erstellungsdatum: Ende November 2020


Im grünen Forum findet jedes Jahr ein Weihnachtswichteln statt. 2020 hatte ich viel Elan und habe daran teilgenommen. Für mich ist das Schönste am Wichteln nicht, dass ich etwas bekomme, sondern dass ich jemandem etwas schenken kann. Und wie sollte es auch sein: Beim Wichteln im grünen Forum geht es ums selber machen!

Ich habe mir aus der Wunschliste einen Wunsch ausgesucht, der da lautete:


Ein Türschild mit Brandmalerei im hexischen Stil. So eine Art Baumscheibe mit dem Nachnamen und Symbolen.

 

Zudem hatte die Wünschende angegeben, die Mondphasen gerne zu mögen. Ich liebe Brandmalerei aber habe es sehr lange nicht mehr gemacht. Es juckte mich aber in den Fingern und ich hatte so eine Ahnung, wer hinter dem Wunsch steckte. Diese Person wollte ich unbedingt bewichteln.

Also hieß es Brandmal-Werkzeug auspacken, Motiv suchen und umbasteln (so dass es für mich und meine Brandmal-Künste noch passte) und auf eine Baumscheibe transferieren und los ging es.

 

Ich habe 2 Abende gebraucht. Abend 1 ging für das Suchen/Zusammenstellen des Motivs und das Aufbringen mittels Bleistift auf die Holzscheibe drauf. Etwa eine Stunde habe ich dann auch noch einfachere Linien eingebrannt. Am 2. Abend habe ich dann den Rest gebrannt - und musste danach das Haus seeeehr gut lüften. Der Keller mit dem Werkraum stank noch Tage lang nach verbranntem Holz.

Das Geschenk wanderte dann sogar einen Monat vor Weihnachten in ein Paket.

Die Beschenkte hat sich sehr gefreut und will das Schild nun nicht draußen der Witterung aussetzen sondern drinnen behalten.

Ich bin froh, nochmal den Brenner in der Hand gehabt zu haben. Mit Holz zu arbeiten macht einfach Spaß.

Freitag, 9. Oktober 2020

Kissen-Updaten für die Couch

 

Erstellungsdatum: Mitte September 2020


Nach einem Sommer voller Sonne und wundervollen Tagen auf der Terrasse bzw. im Garten, kam im September ein Wochenende voller Regen und "Ussel" (wie man in Aachen sagt). Der Zeitvertreib für Ussel ist am besten nähen, denn da bekomme ich meistens gute Laune. Also habe ich mir die Kissen von der Couch vorgeknöpft. Die Kissen waren anderthalb Jahre lang im Schrank verstaut gewesen und wurden im Sommer auf den Terrassenstühlen gerne verwendet. Jetzt lagen sie auf einmal auf der Couch.


Die Kissen haben in unserer Wohnung vor gefühlten Ewigkeiten schon einmal eine passende Hülle bekommen. Inzwischen haben wir aber eine neue Couch und ein eigenes Haus und die Bezüge passten nicht mehr in das Farbkonzept.

 

Also habe ich die Kissen entkleidet, gewaschen und derweil neue Hüllen genäht. Grau sollten die Hüllen sein - aber irgendwie wollte ich auch etwas mehr Farbe in die Wohnzimmerecke bringen. Ursprünglich wollte ich mit Hexagonen arbeiten und diese auf die Hüllen applizieren. Damit würden die Kissen zum Wandschmuck passen. Ich machte mich also auf die Suche nach den Stoffresten vom Hexagon-Quilt.

 

Da fand ich dann "Reste" der Borte von meinem Larp-Gewand bekannt als "Diplomatengewand für meine Aves-Geweihte" (der Rock ist mit dieser Borte versehen). Was man schonmal hat, das kann man ja auch nutzen, dachte ich mir.

Der graue Stoff waren Reste von der "Beherrscherrobe" des Larp-Magiers des WPG.

(Das nachfolgende Bild zeigt die realistischere Nutzung der Kissen. Ein Kissen  hochkant im Rücken zu haben ist ganz bequem.)

Nach einem kurzen Näh-Nachmittag waren dann zwei neue Kissenhüllen geschaffen, die deutlich mehr Pepp in das Wohnzimmer bringen als es schlichte graue Kissen tun würden.

Freitag, 25. September 2020

Zum Maskenball geht die Dame als Herr - ein Gehrock in weiß-blau

Erstellungsdatum: Januar - Februar 2018


Die Fotos in diesem Blogposting wurden von Kira Hagen gemacht. Ich habe ihre Erlaubnis, diese hier zu nutzen. Wer mehr von ihrer tollen Fotografier-Arbeit sehen möchte, kann gerne ihre Homepage besuchen: http://kirahagen.com/

Nachdem ich im Herbst 2017 das erste Mal auf einem Tanzball auf der Position "Herr" getanzt habe, hatte ich Blut geleckt.
Ich habe mich direkt für den nächsten Ball im Frühjahr 2018 angemeldet und den ganzen Winter Ideen gewälzt.
Ich hatte ein paar Stoffe zu Hause, von denen ich dann zwei ausgewählt hatte. Mein zweites Tanzgewand für die Dame, die als Herr (bzw. auf Tanzposition Herr) auf Bälle geht habe ich einen weißen Stoff gewählt, der ein Rosenmuster eingewebt hat. Dazu kam dann ein dunkelblauer Stoff mit ähnlichem gewebten Rosenmuster.


Ich habe mir für den Gehrock das Schnittmuster 1248 von Simplicity als Basis genommen. Ich habe mir allerdings (wegen mehr Ausschnitt) das Schnittmuster des zugehörigen Korsetts genommen und die vorderen beiden Schnittteile für den "Westeneinsatz" zugeschnitten.
Und dann kam der knifflige Teil: Ich wollte einen dreifach-Kragen haben. Da habe ich mit einfachem Baumwollstoff geschnitten, gesteckt, getestet und meine Schneiderpuppe malträtiert. Letztlich ist etwas ganz hübsches rausgekommen, das ich dann im richtigen Stoff umgesetzt habe.


Mit Posamentborte, Samtband, verschiedenen Knöpfen und ziemlich vielen Handnähten bin ich dann zum Ziel gekommen und habe einen schönen und bequemen Gehrock genäht. Im Rücken wird das gute Teil natürlich geschnürt, um es auch noch auf Figur bringen zu können.


Auf dem Ball dann wurde ich auf das gesamte Outfit angesprochen - aber auch auf das schwarz-rote Herrengewand, welches ich zuvor genäht und getragen hatte. Das ist echt eingeschlagen und ich hab mich sehr über die vielen lieben Kommentare gefreut. Anscheinend mache ich nicht nur das, was mir gefällt sondern treffe damit auch den Geschmack von anderen Damen und Herren.


Der Tanzball war ein nettes Event. Die Livemusik war gar nicht mal so gut (Da fehlte ein durchgängiger Takt und die meisten Lieder wurden so schnell aufgespielt, dass höfische Schreittänze zu Hetz-Aktionen wurden). Allerdings habe ich an dem Abend keine OT Blase erlebt und war die ganze Zeit im Spiel und im Charakter. Das habe ich in letzter Zeit auf Tanzbällen nicht mehr erlebt.



Dann gab es ein Spiel beim Tanzen, wo der Herr alle Damen, die er zum Tanz aufforderte auf eine Liste eintragen sollte. Die ersten 10 Herren, die eine Liste mit 10 Damen-Namen abgaben, bekamen ein Geschenk. Das wurde so angekündigt. Ich habe allerdings keine solche Liste geführt und wurde von der Gastgeberin angesprochen, warum ich denn keine Liste führe. Meine schlichte Antwort: "Ich schenke den jeweiligen Tanz der aufgeforderten Dame. Die Damen sollen nicht das Gefühl haben, ich würde nur einen Tanz mit ihnen wagen, weil ich hinter einem Geschenk des Gastgebers her sei! Und wo wir gerade dabei sind: Gebt Ihr mir die Ehre für den nächsten Tanz?"
Dieses Argument (ohne die Aufforderung zum Tanz) wurde dann später von der Gastgeberin wiederholt und sie bat um Beifall der Damen, die mit mir getanzt hatten - so wurden dann letztlich noch ein paar Geschenke verteilt an Herren, die keine Liste geführt hatten. Und ja, ich habe so einen Anstecker als Geschenk erhalten. Ich habe mit kaum einer Dame zweimal getanzt. Es gab Damen-Überschuss und ich habe eigentlich jeden Tanz auf dem Parkett zugebracht!



Auch schön fand ich ein Kompliment, das ich vom Gastgeber im Gespräch im kleinen Kreise bekam. Es war in etwa:
"Dass die Damenwelt gut und sehr gut tanzt, das wissen wir Männer ja. WIE gut aber eine Dame tanzt sieht man dann erst, wenn die wundervollen Schrittfolgen nicht von Röcken verborgen sind sondern die Beine in solch prächtiger Beinkleidung wie Eurer stecken. Da können wir Männer einfach einpacken."
Das war echt großartig! Ich habe vor dem ersten Ball als Herr einiges an meiner Bein-Arbeit getan. Als Dame mit Rock neigt man manchmal einfach dazu, komplexere Schrittfolgen gegebenenfalls schludriger zu tanzen - sieht ja eh keiner! Aber auf Herrenposition mit Hosen an, da sieht man alles an Schritten und ich tanze die Schritte sehr akzentuiert - auch wenn das Tanzlied schneller ist. Sieht einfach geiler aus und macht mehr her.


Hier ein paar weitere Impressionen vom Maskenball:
Im trauten Gespräch mit einer Dame, um ihr die Langeweile vor den nächsten Tänzen zu vertreiben - als Herr hat man ja Verpflichtungen!
Laetitia auf dem Tanzparkett Impression 01, Impression 02, Impression 03
 

Die oben eingebundenen Bilder sind vom Fotoshooting nach Demaskierung auf dem Burghof - Völlig k.o. um 2 Uhr morgens aber ziemlich glücklich. Und ins Bett bin ich auch erst um 4 Uhr!
Kira Hagen hat mich so vorteilhaft fotografiert, dass man mir die Müdigkeit nicht ansieht.

Im Übrigen habe ich die Schnürung der Stiefel, die gekauft in blauem Satinband war, gegen eine weiße Samtband-Schnürung ausgetauscht, die mit den gleichen Nestelspitzen versehen sind, wie die Schnürung des Gehrocks. Nicht jedem fallen solche Details auf aber wenn, dann zeigt das die Liebe zum Detail beim "Bastler" und auch beim Betrachter.

Freitag, 11. September 2020

Der Frack für den extravaganten Lebemann - Lord Nathanial Bryson (KrimiDinner)

Erstellungsdatum: Juli - August 2020

Vergangene Woche habe ich das Kostüm von Julia Somerset vorgestellt.
Heute geht es um das Kostüm des Wurzelprinzgemahl

Er hatte den Gastgeber, frischen Witwer und skandalösen Lebemann als Rolle zugelost bekommen.


Der Herr meinte, die Fracks und Gehröcke, die er bereits habe, seien nicht extravagant genug. Ich darf was neues nähen? Super. Also stimmte ich ihm zu.
Doch nicht nur die Farbwahl sollte Extravaganz ausstrahlen, auch der Schnitt sollte es. Und so hat er sich für das Schnittmuster Simplicity 1039 entschieden. Ich habe das Oberteil etwas abgewandelt nach den Vorstellungen des WPG.


Der Hauptstoff ist dunkelblaues Velours-Leder. Futter und Kragenaufschlag sind aus rotem Stoff, der vollständig mit Vlieseline versehen werden musste, damit er nicht in alle Richtungen sich weg-stretchte (in der Online-beschreibung hieß es "nicht stretchig"... Gut, dass ich immer genug Vliesline im Haus habe). Und als Hingucker kam noch der Kragen und die Manschetten aus petrolfarbenem Stoff dazu.

(Vielen lieben Dank an das Krimi Total Team, das mir die Erlaubnis gegeben hat, dieses Bild darzustellen.
Es ist die Rollen-Karte, die man einige Zeit vor dem Dinner mit Grundinformationen zum Charakter bekommt.)



Auf die Weste hat der Herr verzichtet. Bei einem Spiel im Sommer ist die Gefahr zu warm angezogen zu sein sehr groß. Und als Extravaganz kann man ja auch die Entscheidung gegen Weste auslegen.


Gemeinsam mit den goldenen Knöpfen macht das Ganze schon etwas comichaftes her. Ich musste beim Nähen immer wieder an "Graf Duckula" denken. Auf dem Dinner hatte ich dann die Darstellung des "Penguin" aus der Serie Gotham im Kopf.


Das Hutband habe ich ebenfalls passend zum Gewand genäht.


Und wenige Stunden vor dem Dinner fiel dem Herrn ein, dass eine Ziernadel/Brosche am Revers ja doch schick wäre. Also hab ich noch schnell aus einem Metallplättchen und einer DIY-Hutnadel etwas gebastelt. Wie gut, dass der Fundus aka Stash so groß ist und der Schmucksteinkleber bei den warmen Temperaturen so fix getrocknet ist.


Mit den beiden Kostümen habe ich also mein Vorläufiges-Nähzimmer (Provisorium auf unbekannte Zeit) eingeweiht.
Mal sehen, ob wir die Kostüme je nochmal tragen und zu welchem Anlass.

An sich geben wir doch ein nettes Pärchen ab, der "Penguin" und die "Barbie Piggy"...

Die Hose hat der WPG schon länger im Schrank hängen und wurde ihm auch von mir genäht. Bislang haben wir sie noch nie richtig abgelichtet und ich sie deswegen noch nicht richtig vorgestellt. Auf dem letzten Bild sieht man angedeutet, dass die Taschen von der Hose durchaus einen Charme haben durch eine eckige Abdeckung.

Freitag, 28. August 2020

Die Dame in rosa und gelb - Julia Somerset (KrimiDinner)

Erstellungsdatum: Juli - August 2020

Es war Jahresbeginn 2020 und ein KrimiDinner stand ins Haus: Der Fall einer Lady. Bespielt wird eine britische Adelsgesellschaft in der viktoriantischen Zeit.
Aufgrund der Pandemie und dadurch, dass wir im Spielerkreis auch Betroffene hatten, hat sich das Dinner verschoben und verschoben und verschoben. Final wurde dann der Termin Ende August umgesetzt. Wir hatten unsere Rollen aber schon Monate im Voraus zugelost bekommen.


Im Juni haben wir im ganz kleinen Kreis ein Dinner zwischengeschoben, weil wir einfach wieder spielen wollten. Bis zu dem Zwischen-Dinner hatten der Wurzelprinzgemahl und ich noch die Meinung: Wir haben genug Kleidung und Kostüme im Fundus vom Steampunk-Larp.
Nach dem Zwischen-Dinner hatte es uns aber gepackt und wir haben uns doch für neue Gewandung entschieden. Ich hatte mein Nähzimmer provisorisch endlich eingerichtet und wollte unbedingt nähen.
Also wurde Stoff bestellt und genäht, genäht und genäht.


Ich habe mich für die Umsetzung des Schnittmusters Butterick 6692 entschieden. Allerdings habe ich der Bequemlichkeit halber gegen das Stabstahl-einbauen in den Ropck selbst entschieden, sondern einen Cul de Paris nach Burda 7880 entschieden. Ich habe zwar schon zwei entsprechende Stücke (einen habe ich hier schon gezeigt) aber die passten nicht zum Farbkonzept des Kostüms.


Das Farbkonzept... Meine Figur war die der "Julia Somerset", einer jungen Dame aus adeligem Hause. Sie war mit der Ermordeten nicht Bekannt aber ist mit ihrem Neffen verlobt. Eine unschuldige 18-jährige, die ganz viel Herzschmerz und Drama in sich trägt (Ganz wie in den einschlägigen Romanen in dieser bzw. über diese Zeit).
Und auf der Rollenbeschreibung war ihre Kleidung in gelb-rosa dargestellt.

(Vielen lieben Dank an das Krimi Total Team, das mir die Erlaubnis gegeben hat, dieses Bild darzustellen.
Es ist die Rollen-Karte, die man einige Zeit vor dem Dinner mit Grundinformationen zum Charakter bekommt.)

 

Rosa? Gelb? Genau meine Farben! Ähm... nagut. Herausforderung ist Herausforderung.
Ich habe Satin für das Kostüm gewählt - schließlich brauchte ich 10 m rosa Stoff und 2 m gelben Stoff und ich werde dieses Kostüm voraussichtlich nie wieder tragen. Da wollte ich einen günstigen Stoff haben.

Das Bild der Rolle hatte einen Rock, der nicht wirklich viktorianisch war in meinen Augen, weswegen ich im Schnitt weiter abgewichen bin von der Darstellung als in den Farben.


Als ich den Wurzelprinzgemahl zur Stoffauswahl hinzugezogen habe (ich hatte mehrere rosa-Töne in der Auswahl), da sagte er recht trocken: "Rosa und gelb stehen dir echt nicht. Dafür hast du zu dunkle Haare." Meine Antwort: "Ich hab schon ne blonde Perücke geordert."

Was habe ich nun also alles gemacht?
  • Einen Cul de Paris aus rosa Baumwolle
  • Einen Rock mit Schichten und Schichten und Schichten und gaaanz viel Spitze (ca. 15 m)
  • Ein Oberteil, wobei ich im Rückenbereich vom Schnittmuster abgewichen bin. Ich musste eine sich öffnende Mittelnaht einbauen, da meine Schultern zu breit sind. Irgendwo musste ich ein wenig Bewegungsfreiheit her nehmen. Zudem habe ich den Kragen selbst hinzu-entworfen, um mich der Darstellung auf der Rollenbeschreibung anzunähern
  • Eine Perücke frisiert.
  • Ein Halsband.

Als meine Schneiderpuppe das Kostüm dann trug, da habe ich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Ich habe ein rosa Bonbon genäht.
In der Diskussion mit anderen Freunden, die an dem Dinner nicht teilgenommen haben, sagte ich: "Dieses Rosa steht echt niemandem." Und irgendwer sagte: "Doch, Miss Piggy"

Also hat das Kostüm jetzt den Spitznamen "Miss Piggy".

Gemeinsam mit der Perücke dann kam auch noch die "Barbie"-Assoziation auf, allerdings erst am Tag des Dinners selbst.

(Hier sieht man die Perücke bzw. die Frisur etwas besser)

Das Dinner hat unheimlich Spaß gemacht. Meine Rolle war zwar eher schweigsam aber im Endeffekt habe ich meine Spielziele erreicht.

Zum Abschluss lass eich euch ein Bild da, wo Julia mit ihrem Verlobten zusammen posierte (den Herren habe ich weggeschnitten) - aber man sieht die Vorbehalte der jungen Dame gegen diese Verbindung.

Ich hätte mich vor dem Dinner wirklich besser mal schminken sollen - aber mir fehlte zum einen die Zeit davor und zum anderen war es so warm und schwül, dass ich es weggeschwitzt hätte. Meine Augenringe sind halt ausgeprägt und das sieht man stark, wenn ich meine Brille nicht trage.
Und dass ich selbst keineswegs mehr 18 bin, das sieht man ja recht deutlich und das hätte ich auch nicht überschminkt bekommen...

Freitag, 3. April 2020

Hearthstone-Kuschelkissen

Erstellungsdatum: 04.01.2020


Letzte Woche habe ich die Krabbeldecke für das Baby eines WoW-Paares vorgestellt. Als kleines Gimmick dazu habe ich auch einen Hearthstone genäht.



Wenn ich mich richtig informiert habe, dann kann man im Spiel mit so einem Stein sein "zu Hause" definieren. Für so einen kleinen Menschen ist das zu Hause ja bei seinen Eltern. Also gibt es einen Stein, der dann bei den Eltern im Haus bleibt - oder so. Was Kind und Eltern mit dem Stein machen, ist natürlich ihre Sache.


Der Stoff des Symbols ist ein Patchwork-Stoff, den ich noch hier hatte. Das ganze Kissen ist auch wieder aus Resten genäht, die ohnehin im Stash waren.

Wie auch bei dem Horden-Symbol auf der Krabbeldecke, war ich bei dem Symbol auf dem Stein unsicher, wie die richtige Ausrichtung ist. Online habe ich sowohl diese Ausrichtung als auch das Ganze spiegelverkehrt gefunden.


Freitag, 27. März 2020

"Für die Horde!" - Krabbeldecke für ein WoW-Baby

Erstellungsdatum: 04. - 09.01.2020


Noch im vergangenen Jahr hat eine Freundin ein Kind bekommen. Ich wollte für die Familie eine Krabbeldecke nähen und ihnen mitbringen, wenn ich das nächste Mal zu Besuch bei ihnen wäre.
Lange hatte ich die Idee eine Regenbogen-bunte Patchworkdecke zu nähen - aber der Gedanke war unausgegoren.
Als mir dann die Freundin beim Chatten erzählte, dass sie ihrem Kind zum Einschlafen WoW-Lieder singt, da war die Idee da: Die Eltern des Kindes haben sich über WoW kennen gelernt. Warum sollte ich also nicht eine passende Decke nähen? Also habe ich mich umgehört, was man so an WoW-eindeutigen Sachen machen könne. Ich selbst spiele es nicht und kenne mich damit so gar nicht aus.



Nach ein paar Hinweisen hab ich dann ganz vorsichtig versucht herauszufinden, ob die Eltern Allianz-ianer oder Horden-Leute sind. Und siehe da, in dem Haushalt wird "alles für die Horde!" erledigt.

Das Symbol für die Horde gefällt mir persönlich (als nicht-WoWler) besser. Die Farben sind auch genau meines - und so hatte ich tatsächlich alles für das Nähprojekt im Stash.


Was fehlte war eine Möglichkeit zum nähen - mein Näh-Atelier muss noch eine Weile auf sich warten. Also hab ich den Keller aufgeräumt (3 Tage räumen, aufräumen, putzen, sortieren und kramen) und habe nun endlich wieder einen Tisch und eine Umgebung zum Nähen!



Die Decke selbst war in zwei Tagen fertig aber das Quilten gestaltete sich vom Symbol etwas schwierig. Aufgrund der Dicken Lage Vlies innen drin versagte meine Nähmaschine bei den geschwungenen Linien. Also habe ich mit Jeansgarn per Hand gequiltet. Und ich werde gewiss nie ein Freund vom Hand-quilten. Die Linien auf der Rückseite sahen so grausam in meinen Augen aus, dass ich daran dringend noch etwas tun musste.



Also hab ich im Stash gesucht (da ist alles noch in Umzugskartons) und ein gold-gelbes Band gefunden. Das habe ich dann, wiederum in Handarbeit, auf die Rückseite der Quiltnähte genäht.
Und dann endlich war die Decke so, wie ich sie für verschenkens-würdig hielt.



Inzwischen hatte sich der angedachte "sehr baldige" Besuchstermin verschoben. Ich wollte aber nicht auf der Decke sitzen bleiben und hab sie per Paket verschickt.


Bei der Ausrichtung des Symbols war ich mir ziemlich unsicher - ich hab online gesucht und das Symbol sowohl in der nun rot auf schwarz genähten Ausrichtung gefunden, als auch genau so viele Bilder in der anderen Ausrichtung (wie sie nun auf der Rückseite der Decke in gold-gelb auf rot dargestellt ist).
Die beschenkten Eltern waren hin und weg von der Decke - und sie hatten bis dahin auch noch keine Krabbeldecke. Das freut es um so mehr, wenn dies nicht die zigste Krabbeldecke ist sondern sie auch genutzt und gebraucht wird.