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Freitag, 12. August 2016

Ein herrschaftlicher Sessel für den Rittersaal

Erstellungsdatum: Februar bis April 2016


Ich zeige jetzt schon eine ganze Weile die einzelnen Basteleien für das Larp Komein, das der WPG und ich Anfang April ausgerichtet haben. So langsam neigt sich diese Zeit dem Ende zu. Ich habe fast alles gezeigt. Einzelne Kleinigkeiten habe ich vergessen abzulichten und sie liegen jetzt bei unseren Spielern - ich muss erst die Zeit finden und daran denken bei besuchen diese Sachen zu fotografieren, bevor ich sie zeigen kann.

Eine Sache habe ich aber noch fotografiert, die ich vorstellen kann. Es ist das größte Einzelstück für das Larp, das entstanden ist: Ein Thron!
Also, der Stuhl für einen Rittersaal. Er trug den Arbeitstitel Thron.


Basis für diesen Thron ist ein gekaufter Regiestuhl aus Holz. Die Rückenlehne wird aus zwei Stöcken angeschraubt. Diese Rückenlehne haben wir (der WurzelPrinzGemahl war natürlich auch an diesem Stück beteiligt) durch zwei längere Holzstäbe ersetzt.
Diese Holzstäbe haben wir angeschrägt mit einer Feile und mit Löchern für die Schrauben versehen. Als Verbindung habe ich eine Rückenlehne aus einem Jeansstoff genäht, der einfach über die beiden Stöcke gezogen wird.


Jetzt hatten wir das Problem, dass die oberen Enden sich seltsam zur Mitte neigten. Also habe ich ein anderes Stück Holz zwischen die Stäbe geklemmt und wir haben beim Aufbau vor Ort Faserband um diesen Bereich geklebt, um einen Unfall zu vermeiden. Ich hatte Angst, das Holzstück, welches unter Spannung eingeklemmt war, könne herausschnellen und jemanden verletzen. Wenn so etwas passiert wäre, dann in dem Moment, wo sich jemand auf den Stuhl setzt. Das hätte dann bei entsprechend großen Leuten zu einer Verletzung am Hinterkopf führen können - aber wir hatten ja Tape dabei und haben es dezent genutzt.

Dieses Skelett wurde dann mit einer Husse aus braunem Fahnentuch versehen:


Die Husse war erstaunlich schnell genäht. Ich hatte dafür zwei Tage eingeplant, kam aber mit einem halben aus. Das liegt unter anderem auch daran, dass ich den Stoff nur gerissen und nicht geschnitten habe (was ja mit Fahnentuch sehr gut geht) und dass ich die Seiten der Stoffstücke ausnahmsweise nicht versäubert/abgekettelt habe.
An den Saum der Husse habe ich goldene Fransenborte genäht. Das macht mehr her und verdeckt die Beinchen des Regiestuhls.


Als vorletzten Schritt habe ich noch die Armlehnen, die Sitzfläche und die Rücken-Anlehn-Fläche mit grünem Samt bestückt und diese Kissen mit Füllwatte befüllt. Et viola, fertig war der "Thron".
Aufgebaut vor Ort im Rittersaal sah er dann wie folgt aus:


Hübsch - und das war es?
Nein, natürlich nicht. Man sieht, das sich zum Abschluss oben am Kopfstück noch etwas Fell angenäht habe. Das war optisch ganz nett aber hatte einen ganz praktischen Grund: Der Thron hatte gleich 3 Geheimfächer. Man konnte hinter das Rücken-Kissen greifen. Dieser Eingriff zum Geheimfach klaffte leider auf, wenn sich jemand auf den Stuhl setzte. Das durfte nicht sein, also habe ich das Fell als Abdeckung improvisiert.


Auch die Polster bei den Armlehnen waren mit solchen Geheimfächern versehen. In den Geheimfächern steckten Säckchen mit Edelsteinen - sie gehörten zum Plot und sollten die Finder glücklich machen.

Wir hatten damit gerechnet, dass ich irgendwann auf dem Larp jemand auf den Thron setzt, einfach um auszuprobieren, wie es sich darauf so sitzt. Hätte dieser jemand dann in sich gelauscht, hätte er die leichte Druckstelle im Rücken (hinter dem Polster) und an den Armlehnen bemerken können - bei einer Suche wären dann diese Säckchen gefunden worden. Doch bei dem ganzen Diebesvolk, das auf unserem Larp war, hat sich keiner herausgenommen mal auf dem Thron Platz zu nehmen. Irgendwann nahm auf dem Stuhl die neue Ritterin Platz - und die Dame hat nicht bemerkt, dass etwas faul am Thron war.

Später dann, Das Larp neigte sich dem Ende entgegen, haben zwei Spieler doch noch herausgefunden, dass es Geheimfächer im Thron gab. Ich war dabei und musste ziemlich grinsen, als sie den Schatz ans Tageslicht beziehunsgweise Kerzenlicht beförderten.

Freitag, 5. August 2016

Abzeichen für Milizionäre

Erstellungsdatum: März 2016


Verehrte Damen und Herren, einmal mehr erfahren Sie etwas über die Vorbereitung eines Larps und der Werkstücke, welche ich dafür gefertigt habe.


Auf dem Larp Komein gab es eine Miliz, die in Abwesenheit eines Lehnsherrn für Ordnung gesorgt hat. Diese Milizionäre waren stolz auf ihr Werk und ihre Arbeit und trugen Schärpen, um allen anzuzeigen, dass sie in der Miliz waren. Auf dem Larp gab es drei Milizionäre, die von mir mit Schärpen ausgestattet wurden. Da die Miliz für das Lehen agierte, trugen sie die Wappenfarben des Lehens: rot und gelb


Bei den Schärpen habe ich einen riesengroßen Fehler begangen. Ich habe einfach eine Querbahn pro Stoffstreifen pro Schärpe genommen. Damit waren die Schärpen sehr kurz und konnten nicht mehr übereinander geschlagen werden. Also habe ich rotes Schrägband aus meinem Fundus genommen und in der "Taille" die Schärpen miteinander verbunden. Das bedeutete für mich einiges an zusätzlicher Handarbeit aber letztlich ist das Konzept aufgegangen und die Schärpen konnten von den Spielern getragen werden.

Freitag, 29. Juli 2016

Jede Menge Schriftstücke - Papierkram für ein Larp

Erstellungsdatum: März - April 2016


Für das Larp des WPG und mir benötigten wir innerhalb des Larps ganz viel Papierkram. Da war zum einen die Buchführung über ein Lehen - mit Abgaben, Einnahmen, Ausgaben und so einem Zeug. Aus dieser Buchhaltung musste vieles ersichtlich werden können: Welcher Bauer hohe Schulden hat und welcher nicht, welche Brücken und Straßen häufiger repariert wurden und wie viele Pferde es im Besitz des Lehens zu welchem Zeitpunkt gab... Ganz schön viel Arbeit - die ich NICHT gemacht habe. Hier hatte der WurzePrinzGemahl seine Finger im Spiel und hat viel tippen müssen.
Was ich aber gemacht habe: Als das Ganze fertig und gedruckt war, habe ich die Buchführung jeweils eines Jahres zusammen-genäht.


Was auch der WPG erledigt hat, was das Schreiben eines Tagebuches. Von dem Tagebuch habe ich vor einer Weile schon berichtet.
Hier stand ich eher beratend zur Seite (wie auch bei der Buchhaltung) und habe hinterher nur noch Korrektur gelesen. Dann aber, als das Buch fertig geschrieben und gedruckt war, da fing meine Arbeit an.


Wir haben alle Seiten in Schwarztee-Wasser gefärbt. Das Papier, auf dem wir gedruckt haben, war gemastert/strukturiert. Das Teewasser hat also unterschiedliche Färbestellen erzeugt, was einen sehr schönen Effekt ergab (man erkennt es auf dem Bild unten ganz gut). Unsere Küche war für einen Abend und eine Nacht Trockenstation der gefärbten Blätter.


Wir haben danach die Blätter gelocht und in eine gekaufte Leder-Buchhülle gepackt. Die Buchhülle habe ich nur mit Schuhcreme behandelt. Das hat kaum Effekt erzeugt aber es hat ausgereicht. Vor der Schuhcreme war der Umschlag ohne sichtbaren hell-dunkel-Kontrast.


Mit Buchschrauben wurde der Deckel dann mit den Seiten verbunden. So können wir den Umschlag auch nochmal nutzen. Ziemlich praktisch, wie ich finde.


Das Buch wurde dann zum einen mit den bedruckten/beschriebenen Seiten befüllt, zum anderen mit fast genau so vielen leeren Seiten. Schließlich sollte es so aussehen, als ob da jemand sein Tagebuch geführt hatte und nicht vor hatte vorzeitig abzuleben, wie es ihm dann geschehen ist.


Wenn man das Buch nimmt, hat man ganz schön was in der Hand.


Ich war als Spielleitung auf dem Larp teilweise dabei, als das Buch gelesen wurde. Ich habe mich in die Sonne gelegt und die Augen geschlossen und amüsiert auf die Reaktionen der Zuhörer gelauscht. Es war wirklich nett, dass das Buch so offen vorgetragen wurde, als man es dann gefunden hatte. Das gab uns als Spielleitern etwas Verschnaufpause.

Freitag, 22. Juli 2016

Magische Blumen

Erstellungsdatum: Januar - März 2016

 
Für das Larp des WPG und mir habe ich magische Blumen gefertigt.
Erst hatte ich sowas gar nicht auf dem Schirm, dann stolperte ich im Nähkromanten Forum über ein WIP (Work In Progress) für eine Faun von der bezaubernden Luthya (ich hoffe man kann den Link ordentlich öffnen).
Sie hat eine ganz bezaubernde Lampe gebastelt, die mich inspiriert hat, ganz so wie ein Blitz in einen Baum einschlägt.


Draht, Chiffon, Filz hatte ich alles da. Und ich hatte mir einen Hotfix-Applikator gekauft (das war schon was länger her) und jetzt wollte ich ihn hierfür benutzen! Ich habe dann noch diese Ball-Lampen gekauft und los ging es



Meine erste Lampe war ein Versuch, ob alles so funktioniert, wie mein kleiner gnomischer Schädel es sich vorstellte. Ich habe Draht zugeschnitten und in Blattform gebracht. Im Gegensatz zu Luthya habe ich allerdings die "Blätter" nicht an den Draht geklebt sondern mit Nadel und Faden alles festgenäht.
Die schwarz-lilane Blüte ist das Erstlingswerk. Die Blätter habe ich mit Schmucksteinkleber verziert - von den schwarzen Blättern sieht man die Zier gar nicht.
Die Lampe habe ich mit der Batterieseite in die Blüte genäht. Damit ich die Batterie aber auch noch wechseln kann und an den Ein/Aus-Schalter komme, habe ich die Leuchtkugel herausholbar gestaltet - deswegen sehen die "Stiele" der Lampen so komisch aus.


Ich hoffe man erkennt das Konstrukt auf dem Foto etwas. Die Stiele sind Hohlrollen aus Filz. In den Rollen ist Garn. Das Garn habe ich an drei verschiedenen Stellen an der Leuchtkugel befestigt. Et viola: Lampe fertig.

Als nächstes habe ich mich an aufwändigeren Blättern versucht und die bezogenen Drahtblätter mit Strasssteinen beklebt.


Das Ergebnis sieht man auf dem ersten Bild am besten.
Und damit war es noch nicht genug, ich habe noch eine dritte Lampe gebastelt. Die wurde auf dem Larp allerdings einem Spieler gegeben, so dass ich sie nach dem Larp nicht mehr ablichten konnte.

Warum aber magische Blumen?
Wir hatten ein magisches Wesen auf dem Larp, dass selbst nicht in Erscheinung trat. Es war ein Geist, der einen Baum bewohnte. Seinen Vertrauten gab der Baum bzw. der Geist die Früchte des Baumes, eben diese Blumen. In ihnen war magische Macht gespeichert. Die Vertrauten Personen konnten also mit einer solchen Blume besondere Zauber wirken. Wurde so ein Zauber gewirkt, begann die Blume zu leuchten: Die Magie wirkte.


War der Zauber vorbei, so erlosch das Licht und zurück blieb eine "ausgebrannte Blume", eben die hier vorgestellte schwarz-violette.


Es gab nur eine einzige Szene, in der die Blumen zum Einsatz kamen und mit ihnen Magie gewirkt wurde. In dieser Szene haben die Spieler noch nicht einmal wirklich mitbekommen, was passierte. Doch trotz dessen hatte ich viel Spaß daran, die Blumen zu basteln.

... und gewiss waren dies nicht die letzten Blumen aus Leuchtkugel und bezogenem Draht!

Freitag, 15. Juli 2016

Das Richtergewand einer Ucuri-Dienerin

Erstellungsdatum: Januar - März 2016



Vor einigen Wochen habe ich bereits Wimpel für den Ucuri-Schrein auf meinem Larp vorgestellt. In dem Schrein wohnte eine Ucuri-Geweihte.
Diese Geweihte war die höchste moralische Instanz auf dem Lehen. Als Vertreterin des Gottes über Wahrheit, Gesetz und Moral konnte es passieren, dass sie als Richterin für die Götter benötigt wurde auf dem Larp - es war im Plot vom WPG und mir so geplant.


Für die Szene mit der Ucuri-Geweihten als Richterin sollte die Spielerin auch entsprechende Accessoires haben. Die Spielerin der Geweihten hatten wir gebeten, ein schlichtes weißes/naturfarbenes Gewand mitzubringen. Die Spielerin war dann so ambitioniert, dass sie sich gleich ein weißes Kleid genäht hat.
Die Accessoires zu dem weißen Kleid waren dann eine kupferfarbene Stola mit einem Einsatz im Rücken, ein weißer Gürtel mit "Zipfel" und eine gelbe Schärpe.


Ich habe für den Gürtel und die Schärpe zwei unterschiedliche, kupferfarbene Borten genutzt, um den Accessoires noch mehr "BÄMS" zu geben.


Gut, das "BÄMS" sieht jetzt aus wie ein Weihnachtsbaum - aber hey, das Gewand machte etwas her auf dem Larp. Und bei der Autorität, die die Spielerin der Geweihten ausstrahlte, da waren die Accessoires eher Nebensache.


Ich habe etwa einen Tag an den Accessoires genäht.
Als ich einer Freundin die Fotos von den Sachen zeigte, dachte sie, ich würde diese Sachen OHNE ein Kleid drunter tragen und meinte, das sei ja schon verdammt gewagt...

Freitag, 8. Juli 2016

Schürzen für das Küchenpersonal #02 - Radulf

Erstellungsdatum: März 2016


In meinem letzten Post habe ich bereits eine Schürze vorgestellt, die auf dem Larp vom WPG und mir genutzt wurde.

Heute stelle ich die Schürze vor, die vom Charakter Radulf getragen wurde. Er war der Koch einer anwesenden Großbäurin. Er war ein freier Mann, weswegen ich seine Schürze nicht ganz so schlicht gestalten wollte, wie die von Liliana (siehe Post von letzter Woche).


Die Farben der Großbäurin waren blau und grün, also habe ich diese Farben in der Schürze aufgegriffen - auch wenn der Koch kein Leibeigener war, so trug er doch die Farben seiner Arbeitgeberin. Um ihn von einem Leibeigenen optisch eindeutig abzusetzen, habe ich hier keine Wimpel-Tasche verwendet, sondern mir mehr Arbeit gemacht.


Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein paar Bänder aufnähen so viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Aber ich hatte ja auch den Anspruch an mich, dass die Bänder sich kreuzen und die Nähte der unten liegenden Bandstücke nicht auf die oben liegenden Bandstücke geraten. Es war etwas knifflig aber es hat gut geklappt.


Was man auf dem obigen Bild sehen kann, es gab auch hier eine Tasche auf der Schürze. Die Bänder streifen auch diese Tasche, weswegen ich sie nicht mit der Maschine festgenäht habe sondern die Nähte möglichst gleichmäßig versucht habe mit der Hand anzunähen.
Die Schnürungen im Nacken und Rücken habe ich in den gleichen Farben gestaltet, wie die Bänder vorne auf der Schürze.


Hier noch eine Gesamtansicht der Schürze, um den kompletten Effekt der Bänder einmal zu sehen.


Freitag, 1. Juli 2016

Schürzen für das Küchenpersonal #01 - Liliana

Erstellungsdatum: März 2016


Letzte Woche habe ich das Konzept mit den Wimpeln für Leibeigene auf unserem Larp vorgestellt.
Dieses Konzept fand auch auf dem folgenden Werkstück Anwendung.


Wir hatten auf dem Larp zwei ganz liebe Menschen, die für uns gekocht haben. Diese beiden haben NSC-Rollen gespielt. Diesen beiden haben wir Schürzen zur Verfügung gestellt, natürlich IT tauglich und eingebunden in die Larp-Szenenerie.
Diese Schürze war für den Charakter Liliana. Liliana ist eine Leibeigene des Gutshofes, also musste sie jederzeit als Zugehörige zum Gutshof erkennbar sein. Auf ihrer Schürze findet sich der Wimpel mit den Farben des Gutshofs als aufgesetzte Tasche.



Die Bänder zum Schnüren im Nacken und im Rücken waren ebenfalls in den Farben des Wappens gehalten. Ich habe beide Schnürungen bewusst zum binden gemacht, damit die Trägerin die Schürze komplett auf ihre Proportionen einstellen konnte.

Das Schnittmuster habe ich von einer Schürze kopiert, die meine Mutter für den WPG und mich genäht hat und uns zum Einzug geschenkt hat. Es war eine Quick'N'Dirty Abpaus Aktion - aber sie war erfolgreich.


Die Säume der Schürze waren mit untergeschlagenen, gleichfarbigen Stoff-Bändern versehen. Ich komme vom "Innenschön" einfach nicht weg - es ist mir ein Graus, wenn irgendwo jemand Innenseiten von Nähten sehen kann. Nicht, dass die Nähte so schrecklich aussehen würden - ich mag es eben einfach überall da schön haben, wo man es sehen könnte.

Freitag, 24. Juni 2016

Wimpel für die Leibeigenen auf einem Larp-Lehen

Erstellungsdatum: März 2016


Und schon wieder geht es um das Larp, dass der WPG und ich Anfang April veranstaltet haben.

Szene war ein Lehen, das von der neuen Ritterin das erste Mal besucht wurde. Auf so einem Lehen gibt es natürlich unterschiedliche Gesellschafts-Schichten - so auch Leibeigene.
In-Time war es so, dass die Leibeigenen auf einem Blick ihren Herren zugeordnet werden können mussten. Ging also ein Leibeigener im Auftrag seines Herren einkaufen, so musste auf einen Blick erkennbar sein, welchem Herrn er gehörte.


Dazu hatten wir Wimpelchen für die Gürtel der Leibeigenen angedacht - ich habe sie dann genäht. Die beiden lichten Wimpel auf dem Bild waren für die Leibeigenen des Gutshofes und damit der Ritterin. Das eigentliche Wappen habe ich bereits hier und hier vorgestellt. Der rechte Wimpel war für den Leibeigenen eines Großbauerns.

Diese Wimpel sind bewusst sehr schlicht gehalten, schließlich muss ja nicht direkt das Wappen des Lehens auf einem Wimpel sein, um den Herrn zu erkennen. Außerdem hatte der Großbauer nicht den Stand, ein Wappen zu besitzen. Farben und Formen für den "Eigentumsnachweis" jedoch darf ein Großbauer in unseren Landen haben.


Die Zuordnung der Leibeigenen mittels der Wimpel war erstaunlich einfach und effektiv auf dem Larp.

Die Wimpelchen sind natürlich mit einer Rückseite versehen - diese ist einfarbig und aus ungefärbtem, naturfarbenem Baumwollstoff gehalten (weswegen ich die Rückseite nicht abgelichtet habe).

Freitag, 17. Juni 2016

Verkupfertes Allerlei - ambientiges Licht auf Larp

Erstellungsdatum: Januar bis Februar 2016


Anfang April 2016 haben der WurzelPrinzGemahl und ich ein Larp für Freunde organisiert. Als ein Bestandteil des Larps gab es in der Region eine Kupfermine. Entsprechend musste viel Deko aus Kupfer in dem Gutshaus zu finden sein, welches bei dem Larp primär bespielt wurde.


Für die heute vorgestellten Sachen habe ich ein Kupfer-Puder verwendet, das mit einem Lack angemischt wurde. Die Mischung war wundervoll flüssig und verteilte sich ohne Schmieren. Die Kerzen-Halter und die Laterne sind einfach bestrichen und dennoch deckt das Kupfer-Pulver vollständig.


Die Kerzenhalter waren ursprünglich schwarz. Von dem Schwarz sieht man rein gar nichts mehr.

Die drei Kerzenhalter sahen dann in Aktion (auf dem Larp) so aus:





Den Wimpel habe ich bereits vorgestellt.

Freitag, 27. Mai 2016

Die Amtskette einer Ritterin

Erstellungsdatum: März 2016


Auf Larp braucht man als Adeliger für offizielle Amtshandlungen eine Amtskette. Auf Tanzbällen und Hofhaltungs-Cons sieht man immer zig Leute mit solchen Ketten rumlaufen.
Also brauchte auch die Ritterin, um deren Lehen-Inanspruchnahme es auf unserem Larp Anfang April ging, eine Amtskette.


Als Basis haben wir einen Hüftgürtel mit runden, verkupferten Elementen genommen. Eine der Kupferscheiben war größer, als die anderen. Darauf habe ich mit Acrylfarbe das Wappen des Lehens gemalt. Damit ein Anstoßen nicht gleich die Farbe abplatzen lässt, habe ich zwei Schichten mattes Sprühlack darüber gezogen.

Der Hüftgürtel war viel zu schmal, als dass er eine prunkvolle Amtskette hergegeben hätte. Also haben der WPG und ich die Kupfer-Elemente rausgenommen und mit anderen Kupfer-Kettengliedern verbunden. Damit wurde die Kette länger und macht mehr her, wenn sie an den Schultern befestigt getragen wird. Befestigt wird das Ganze mit Sicherheitsnadeln - so viel Luxus und Moderne gestehen wir uns auf Larp dann doch zu. Es ist letztlich doch Fantasy.


Die Kettenglieder haben uns lange Kopfzerbrechen bereitet: Wie biegt man Kettenglieder sauber auseinander und hinterher auch wieder sauber zusammen? Ein erster Versuch mit zwei Zangen ergab, dass wir damit die Kettenglieder von ihrer Verkupferung nahezu befreiten an den Stellen, an denen die Zangen ansetzten. Also fiel das weg. Und dann hatten wir gemeinsam eine Idee bzw. arbeiteten eine anfängliche Idee von einem von uns in eine umsetzbare Sache um: Mit zwei Schraubendrehern kann man Kettenglieder wunderbar öffnen und auch wieder schließen.
Nach einem ersten versuch mit dieser Technik war das Zusammensetzen der Kette dann eine Sache von einer halben Stunde. Das ging sogar so flott von der Hand, dass wir es "eben noch kurz" fertig gemacht haben, obwohl wir einen Tisch in einem Restaurant reserviert hatten. Das Essen-Gehen war dann von Euphorie begleitet, dass wir auch alles irgendwie noch rechtzeitig und ordentlich vor dem Larp fertig bekommen

Freitag, 20. Mai 2016

Das alte Lehenswappen auf Kupfer

Erstellungsdatum: Januar 2016


Vor einigen Wochen habe ich bereits zwei Wappen vorgestellt, die der WPG und ich für ein Larp von uns kreiert haben.

Das alte Wappen des Lehens sollte in der Deko des Hauses auftauchen - aber nicht zu aufdringlich.
Als mir ein Plastikteller im Kupfer-Look in die Hände fiel (Werbe-Weihnachtsgeschenken sei Dank), da wusste ich: Dieser Teller wird mit dem Wappen verziert.  


Eines schönen Nachmittags Anfang Januar dann saß ich am Couchtisch und habe das Wappen erst auf den Teller übertragen - da kein Bleistift auf dem Plastikteller hielt, habe ich es mit einer Nadel eingeritzt. Und dann habe ich Plakatfarben und Acrylfarben genommen und den Baum und die Mine mit Farbe versehen. Damit ich nun nich den ganzen schönen "Kupferteller" ausmalen musste für den Hintergrund, habe ich nur zwei Linien eingezeichnet, die die Farbe des jeweiligen Hintergrundes andeuten.

(Der Deko-Teller auf dem Larp an einer recht mitgenommenen Wand - für den Zustand des Hauses konnten wir als Orga ja leider nichts...)

Der Teller hing dann in einem Raum des Hauses, in dem so ein altes "Relikt" zu erwarten war: Er war das Geschenk eines Barones vor über einem Jahrhundert an den ansässigen Ucuri-Schrein gewesen. Das Prunkstück hing also im Schrein und wurde auch nicht abgenommen - wozu auch, wenn es doch schmückend ist.

Freitag, 13. Mai 2016

Stammbaum und Ahnenlinie einer Baronsfamilie

Erstellungsdatum: Dezember 2015 - März 2016


Bereits in den letzten Wochen habe ich von dem Larp berichtet, dass der WPG und ich ausgerichtet haben.
Wie beschrieben, musste eine Ritterin ihr Lehen in Besitz nehmen. Das Lehen war ehemals eine Baronie - bis der letzte Baron verstarb.

Natürlich muss in dem Adelssitz eines Lehens auch ein Stammbaum der ansässigen Familie hängen. Mitte bis Ende März habe ich also einen Stammbaum gemalt. Es ist mehr eine Ahnenlinie, für einen richtigen Stammbaum hätte ein Papier dieser Größe nicht ausgereicht.




Was ist zu sehen?
Ein Baum im Hintergrund, gemalt mit Plakatfarben. Der Baum war eine Sache von einem Abend. Er war bereits mit Bleistift vorgezeichnet. Farbe auf die Pinsel, nicht nachdenken, Bob Ross im Ohr und los gehts.
Der Stamm war in anderthalb Stunden gemalt, die Krone war dann auch binnen zweier Stunden dazu gekommen

Zu aller Erst habe ich einen Stamm und seine Krone grob mit dünnen Bleistiftlinien aufs Papier gebracht.
Die Namens-Plaketten habe ich als Schablonen in Pappe zugeschnitten und dann auf das Bleistift-bemalte Papier abgepaust. Schon vor der ersten Farbe der Farbe von Stamm und Baum kamen am Abend davor die Namen in die Plaketten. Hierfür habe ich einen Tusche-Roller genutzt.
Die Plaketten selbst sind (nach der Farbarbeit für Stamm und Krone) mit goldenem Lackstift gerahmt.


Nun ergab sich das Problem, dass die Ahnenlinie, den wir zu Papier bringen wollten, zu lang war für das zur Verfügung stehende Papier. Also habe ich die Ahnenlinie nicht stringent von unten nach oben durchgezogen, sondern sie teilweise versetzt angeordnet.
Um das darzustellen (wir haben ja keine Jahreszahlen in der Ahnenlinie - sonst hätten die Plaketten noch größer sein müssen), habe ich eine Liane eingezeichnet. Diese Liane kennzeichnet auch die Nebenlinien - die Geschwister der jeweiligen Barone.

Das Unendlichzeichen zeigt an, welche Personen verheiratet sind. In der Ahnenlinie sind ein paar Hinwiese auf die Familiengeschichte der Barone eingestreut. So gibt es einen Herrn, der zwei mal verheiratet war. Es gibt einen Nachnamenswechsel von "Machir" zu "Komein" und jede Menge bescheuerter Namen. Auch gibt es Hinweise auf die Abstammung der Eingeheirateten und damit Verweise auf die größere Politik in unserem Larp-Land. Der letzte Baron war Junggeselle und hat keine Nachfahren gezeugt, der Stammbaum endet mit ihm - auch wenn mal jemand vorausschauend weitere Plaketten gezeichnet hat. All diese Sachen waren Andeutungen auf die Geschichte des Lehens und Hinweise, die man im Plot ggf. nutzen konnte.

Das Papier ist auf eine Holzplatte mit Heißkleber geklebt. Damit die Holzplatte sich schön in den "Baum" einpasst, habe ich sie grün gestrichen. Der umgebende Rahmen ist verkupfert. Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Blatt-Metall angewendet. Vielleicht war der Rahmen zu Zier-lastig, vielleicht bin ich einfach zu grobmotorig: Blatt-Metall und ich sind keine Freunde geworden. Der Kleber ist mir zu klebrig und das Blattmetall reißt einfach viel zu schnell. Und wenn das Blatt einmal auf dem Kleber aufliegt, dann bekommt man es nicht mehr ab - was hab ich nicht geflucht über meine bescheuerte Idee Blatt-Metall zu verwenden. Die Kupfer-Arbeiten habe ich im Dezember 2015 gemacht - dann stand der Rahmen sehr lange rum, bis Ende März endlich das Bild in den Rahmen kam.

Anekdote am Rande:
In die Namen der Ahnen habe ich eine unserer DSA-Heldentruppen eingebaut. Die Namen habe ich teilweise verfälscht, damit nicht die Spieler auf dem Larp so offensichtlich über meine Ideenlosigkeit stolpert, was Namen anbelangt.
Als ich die Namen für die Ahnen zusammengeschrieben habe, sagte ich zum WPG, dass ich wohl nie, nie, nie irgendeinem armen Kind einen Namen geben dürfe. Da lachte er. Tags drauf, als er die Namen dann durchlas, da gab er mir Recht.

Freitag, 6. Mai 2016

Karten eines Lehens und der Hauptortschaft

Erstellungsdatum: Ende März 2016

Auf dem Larp aus dem Hause Gnom Anfang April haben wir, der WPG und ich, so einiges an Deko gebastelt. Wir mussten schließlich ein ganzes Haus so dekorieren, dass es bewohnt aussah.

Was ist wichtig auf einem Larp zu wissen?
Wie die Umgebung aussieht! Und zwar nicht bloß die direkte Umgebung (die erkundet man per Pedes spätestens Samstags) sondern die weitere Umgebung.
Also habe ich zwei Karten gemalt.

(Impression der Karten an einer Kork-Wand im bespielten Haus.)

Karte 1:
Eine Karte über das komplette Lehen - mit den beiden Ortschaften und einzelnen Gehöften, die keiner Ortschaft angeschlossen sind. Mit Straßen, Wegen, Flüssen, Seen, Bergen, Wäldern und Wiesen.


Grundiert habe ich mit einem feuchten Schwamm, den ich dann in Plakatfarben getunkt habe.
Als nächstes kamen die Berge dran: Ich hatte sie erst schön hinbekommen, habe dann aber versucht noch etwas mehr "Pfiff" in die Sache zu bekommen und es damit versaut. Jetzt sind die Berge eine Korrektur des Versauten - aber letztlich hat sich ohnehin kaum jemand die Karten so genau angesehen auf dem Larp. Sie waren da und das war gut so. Aber wie genau sie ausgearbeitet waren, das ist vermutlich nur einer Person aufgefallen - und diese Person ist eine Göttin am Pinsel.


Als nächstes habe ich die Wald-Bereiche gemalt. Die Wege und Flüsse habe ich ausgespart und erst später eingezeichnet.


Zum Schluss habe ich die Häuser-Ränder mit Lackstift nachgezogen und die Beschriftungen ebenfalls mit Lackstift aufgebracht. Die goldene Linie, die sich durch die Karte zieht, ist die Markierung der Grenze zu den Nachbarlehen.


Karte 2:
Diese Karte ist eine "Detailkarte" der Ortschaft, in der wir das Larp spielen ließen. Darüber war den NSC Darstellern klar, wo sie wohnen und wer ihre Nachbarn sind. Die SC konnten sich orientieren und alle wussten, worüber sie reden.


Die Karte habe ich wenige Tage vor dem Larp gezeichnet, so dass man ihr den Zeitmangel gewissermaßen ansieht: Ich habe weder Türen noch Fenster an die Häuser gemalt. Die waren aber für die Botschaft auf der Karte an sich nicht wichtig. Wichtig war, dass jeder wusste, was wo zu finden ist.

Das genutzte Papier der Karten haben wir oben und unten in zwei halbe Rundhölzer eingeklebt. Die Rundhölzer haben wir bearbeitet, teilweise mit Kupferfarbe bemalt, teilweise mit dunkelbrauner Farbe bemalt, teilweise mit Blatt-Kupfer bezogen.
Dadurch hingen die Karten auf dem Larp schön an der Wand und rollten sich nicht auf oder wehten weg, wenn jemand daran vorbei ging.
In die obere Holzfassung habe ich Nägel eingeschlagen, an denen wir Kettenglieder zur Aufhängung befestigt haben.