Freitag, 12. Januar 2018

Der Waldgeist - ein Mantel für einen Larp-NSC

Erstellungsdatum: September 2017

In den vergangenen Wochen habe ich Tabea Birkenbinder vorgestellt.
Der WurzelPrinzGemahl war auch auf dem Larp und auch ihm habe ich etwas genäht. Er hat allerdings nur ein Kleidungsstück bekommen - vom Zeitaufwand war es aber mit meiner kompletten Gewandung gleich zu setzen.


Der Liebste sollte einen Waldgeist darstellen. Grüne und braune Kleidung als Basis hat er da genug, zum Beispiel vom NSC Druiden aus dem Jahre 2016. Für einen Waldgeist wollte ich aber etwas besonderes machen.
In Rücksprache mit der Orga und SL habe ich einen Blätter-Mantel genäht.


Der Mantel hat als Basis das Schnittmuster Simplicity 9887, Variante C
Die Modifikationen:
- Alle Nähte sind innen umgeschlagen, so dass man den Mantel als Wendemantel nutzen kann
- Den Mantel habe ich auf eine andere Länge als im Schnittmuster vorgegeben gebracht (beim WPG entspricht diese Länge etwa Mitte der Waden)
- Da stecken gut 300 Blätter drauf (mit der Maschine angenäht)
- Als Verschlüsse habe ich Pelzhaken genutzt 

 


Auf die Idee mit dem Wendemantel kam ich erst, als ich völlig natürlich die Nähte auf der Innenseite begann umzuschlagen und festzunähen. Ich fragte mich nach den ersten zwei Nähten, warum ich das mache - und dann entschied ich mich für den Wendemantel. Das hat den Vorteil, dass der WPG so auch mal unerkannt von Ort A nach Ort B gehen konnte, ohne dass man direkt den Waldgeist rumlaufen sah.




Die Blätter sind aus diversen Baumwollstoffen zugeschnitten, in der Maschine gewaschen und dann so ausgefranst aufgenäht. Hätte ich ein halbes Jahr Vorlauf gehabt, ich hätte die Blätter mit der Hand angenäht. So habe ich die Zeitsparendere und wahrscheinlich auch sinnvollere Variante mit der Maschine gewählt.




Auf dem nachfolgenden Bild sieht man die umgeschlagenen Nähte auf der Wende-Seite. Da sieht man auch die dicken engen ZickZack-Nähte, mit denen ich die Blätter befestigt habe.



Zeitbedarf:
Zuschneiden Mantel: 1,5 Stunden
Zuschneiden Blätter: 2 Abende (ich habe aber noch gut 150 Blätter übrig...)
Nähen Mantel: 1 Samstag
Aufnähen Blätter: ca. 10 Abende (nach der Arbeit)

Wir haben ein paar Freunde auf dem Larp getroffen und eine Freundin aus diesem Freundeskreis hat mich damals bei dem Najaden-Kostüm schon für verrückt erklärt. Ich meinte dann zu ihr, VOR dem Time-In und dem Moment, wo sie den Mantel das erste mal sah: "Wenn du die Kleidung vom WPG gesehen hast, dann darfst du mich verrückt nennen."
Nach dem Larp dann unterhielten wir uns noch uns sie meinte ganz trocken: "Ach Gnom, weißt du was, ich hab dich schon VOR den Najaden-Kostüm für verrückt gehalten!" 

Hier sind ein paar Impressionen von dem Mantel auf dem Larp in Aktion. Der WPG ist auf dem Larp krank geworden, weswegen der Mantel auf den Bildern von einer anderen NSC getragen wird.
Waldgeist #1 
Waldgeist #2

Freitag, 5. Januar 2018

Magier-Adepta Tabea Birkenbinder - Erst mit einem Mantel ist die Uniform komplett

Erstellungsdatum: September 2017


Tabea Birkenbinder brauchte neben der Uniform, welche ich in den letzten Wochen vorgestellt habe, auch etwas Wärmendes für die Nacht oder kalte Tage. In mein Konzept von Uniform passte keiner der Mäntel aus Wolle, die der WPG und ich zu Hause hatten.


Ich ergriff die Gelegenheit also beim Schopfe und nähte mir aus blauem Canvas einen halblangen Mantel.
Als Schnittmuster nahm ich mir McCalls 6818 zur Vorlage.



Meine Modifikationen zu dem Schnittmuster sind:
  • Das Cape ist länger als im Schnittmuster vorgesehe. Ich wollte die Arme vollständig abdecken können.
  • Das Cape ist vollständig gefüttert (ich weiß nicht mehr, ob das Original Schnittmuster Futter vorgesehen hat). 
  •  Für den Verschluss habe ich einen Untertritt unter der vorderen Öffnung angesetzt und dort die Knöpfe aufgenäht, Zudem habe ich Knöpfe von ganz oben bis fast ganz unten gezogen - das lässt den Mantel wie eine Variation von einem Kutscher-Mantel erscheinen und hält schön warm.
  •  Ich habe verdeckt ein Paar Haken und Ösen (also einen Haken und eine Öse) in die Nähte direkt oberhalb des obersten Knopfes gesetzt, so dass der Mantel auf gar keinen Fall komisch im Bereich des Kragens aussieht. Wäre da nur der Knopf, dann könnte der Mantel ca. 2 cm aufschlagen, auch wenn das Cape geschlossen ist. 
  • Entlang des Saumes habe ich auch hier beiges Schrägband als Zier angesetzt.

Der Mantel war gut wärmend und ich war froh, das sich den Mantel dabei hatte. Des Nachts wurde es sehr kalt.


Tja, nach dem Ganzen Sachen für den Bücherball habe ich nun also etwas "einfaches" genäht.
Einfach heißt in diesem Fall - nach nur etwa zwei Wochenenden war das Kostüm vollständig fertig. Es ging also "schnell".

Hier nochmal das Gewand in seiner vollen Pracht:


Der Mantel ist sehr praktisch und modisch im fast offenen Zustand (mit nur dem obersten Knopf und dem Haken geschlossen), sozusagen über die Schultern geworfen tragbar.

Hier ein paar Impressionen vom Larp selbst:
von hinten mit übergeworfenem Mantel
von der Seite mit einem kritischen Blick auf die Expeditionsteilnehmer
in magiepolitischer Diskussion
mit Lederhose und Wanderstiefeln

Lustige Begebenheit am Rande:
Nach dem Spielende am Sonntag Mittag kamen einige Spieler auf mich zu und erklärten mir, dass sie es ja ganz toll fänden, wenn ein SC das Land eines aktuell bespielten Larps als Hintergrund-Land hat. Ich habe sie dann aufgeklärt, dass ich NSC war und diese Rolle vorgegeben bekommen habe.
Der Eindruck, dass wenn jemand passende und durchdachte Kleidung trägt, er ja nur SC sein kann war mir zuvor gar nicht in den Sinn gekommen. Aber lustig, dass man so die Mitspieler an der Nase herumführen kann. Gegenüber sehr offensichtlichen NSC agiert ja manch einer anders als gegenüber SC...

Freitag, 29. Dezember 2017

Magier-Adepta Tabea Birkenbinder - Ein Bolero zum Unterstreichen der Autorität

Erstellungsdatum: September 2017

Adepta Tabea Birkenbinder hatte auf dem Larp mehr an als nur ein ärmelloses Kleid, einen Gürtel und einen Dreispitz.

Für die Arme gab es einen Bolero, der die Uniform vervollständigte.
Als Vorlage für den Bolero diente das Schnittmuster McCalls Cosplay 2070. Ich habe mich für den Stehkragen und die langen Ärmel entschieden.
Meine Modifikationen zum Schnittmuster:

  • Die Ärmel im Futter sind sauber eingesetzt. Im Schnittmuster wird da mit einer sehr unsauberen Art hantiert, die das Nähen zwar einfacher aber das Ergebnis und Tragegefühl unschön macht. Und Innen-Schön ist ja mein Credo beim Nähen (auch wenn es niemand sieht). 
  • Zwecks Beweglichkeit für Larp habe ich den Bolero in 10 EU-Größen größer als meine normale Kleidergröße zugeschnitten. Erst habe ich den Bolero in meiner Größe genäht und da kam ich kaum rein und konnte dann die Arme nicht mehr bewegen, als ich einmal drin war. Das Ausziehen aus diesem Mini-Bolero konnte nur Dank der Hilfe des schallend lachenden WPGs bewerkstelligt werden. Also hab ich den Bolero noch mal genäht.
  • Den Verschluss vorne habe ich mit einem Untertritt hergestellt, der Träger der Knöpfe ist und mit dem man das Ganze mit sichtbar mittiger Naht schließen kan. Ich wollte keine Haken und Ösen nehmen.
  • Nachdem ich das Kleid mit beigem Schrägband versehen habe, musste dieses "Element" auch im Bolero aufgegriffen werden. So habe ich den beigen Bolero mit blauem Schrägband versehen.
  • An den Ärmeln sind Manschetten angebracht, die mit zwei Knöpfen zu schließen sind. Als Knopfträger habe ich auch hier Untertritte verwendet.
  • Damit ich als kleine Frau auch ernst genommen wurde und Autorität ausstrahlte habe ich Schulterpolster eingenäht. Ohne die Polster war der Bolero nicht das, was er sein sollte. Die Entscheidung für die Schulterpolster fiel spontan beim Verheiraten von Futter-Bolero und Außenteil.
  • Zudem habe ich von Anfang an bei der Kleidungskonzeption Ärmelansätze eingeplant, die die Schultern noch breiter wirken lassen. Solche Teile hatte ich schon bei meinem Doctor Who Steampunk Kostüm verwendet.

Der Bolero hilft sehr gut gegen zugigen Wind. Ich habe darin die volle Bewegungsfreiheit und dennoch wirkt das ganze Kostüm wegen des Stehkragens "zugeknöpft".



Mein Ansinnen eine Adepta darzustellen, deren Uniform praktisch ist und dennoch wie eine Uniform wirkt, die nicht sexy sondern als ernst zu nehmende Person gekleidet ist habe ich erfüllt.

Hier noch ein Detailbild der Manschetten an den Ärmeln. Die Knöpfe sind natürlich gleich denen, die ich für die Verschluss-Knopfleiste verwendet habe.

Freitag, 22. Dezember 2017

Magier-Adepta Tabea Birkenbinder - Der Dreispitz als Magier-Hut

Erstellungsdatum: September 2017


Was braucht man als Expiditionsleiter-NSC auf Larp, genauer gesagt, was braucht Adepta Tabea Birkenbinder als Kopfschutz?


Ich bin kein Freund des Blöden-Hut-Credos - so kam der Hut auch als letztes Stück zum Kostüm dazu. Ich mag Dreispitze und aus Schlapphüten kann man fix einen solchen Dreispitz machen.
Die Notwendigkeit für einen Hut habe ich erst wenige tage vor dem Larp gesehen - es war Regenwetter angekündigt und ich hatte keine Kapuze im Kostüm. Auf dem Kopf nass werden ist aber auch nicht schön. Also war ein blauer Schlapphut bestellt und nach seiner Ankunft wurde er binnen weniger Stunden zum Kostüm passend umgestaltet.


Erst habe ich den Hut mit Imprägnierspray eingesprüht - sicher ist sicher.
Dann habe ich mit der Nähmaschine Schrägband entlang des Randes an der Unterseite der Krempe angenäht.
Und zuletzt wurde die Krempe an drei Stellen an der Krone festgenäht. In meinem Fall habe ich je Auschlagseite drei kleine Fixierungen vorgenommen, damit der Hut auch ja seine Form behält, egal wie nass er wird.


Und fertig ist der Dreispitz.
Neben der praktischen Seite (trockener Kopf) hatte der Hut auch eine spieltechnische gute Seite: Mit einem Dreispitz wirkt eine kleine Frau wie ich dann auch wie eine Autoritätsfigur. Man nimmt mich zumindest ernster.

Am ersten Abend des Larps, noch bevor das Spiel startete, da wurde ich von drei Spielern aufgesucht. Ich musste mich mit ihnen abstimmen. Die Orga hatte den dreien gesagt: blaue Kleidung und Dreispitz - und obwohl ich in einer Pferdebox stand und das Gelände groß war, die drei haben mich fast sofort gefunden und meinten, ein Dreispitz sei einfach zu gut zu erkennen.

Freitag, 15. Dezember 2017

Magier-Adepta Tabea Birkenbinder - ein selbst gebastelter Gürtel

Erstellungsdatum: September 2017

Letzte Woche habe ich Tabea Birkenbinder vorgestellt.
Im Zuge der Konzeption der Uniform für Tabea stellte ich mir auch einen passenden Gürtel für das Kostüm vor.  An sich nehme ich für NSC-Rollen auf Larp gerne meinen bewährten Ledergürtel. Für eine Uniform an einer Magierakademie aber wollte ich etwas farblich genau zur Kleidung passendes als Gürtel haben. Ich hatte ohnehin noch eine Gürtelschnalle vom Atlas-Cape übrig.

Ein einfaches aber farbig passendes Gurtband, etwas blaues Schrägband und ein Metall-Schmuckelement aus meinem Fundus halten aus und mit wenigen Nähten war der Gürtel fertiggestellt.


Die Löcher des Gürtels habe ich mit einem Pfriem eingestochen und geweitet, so wurden die Fasern des Gurtbandes nicht beschädigt. Die Löcher habe ich dann per Hand umnäht.


Ohne das Schmuckelement würde der Gürtel vorne bei leichten Bewegungen oder Wind immer abheben. Also habe ich Zier mit praktischem Gedanken verbunden.

Freitag, 8. Dezember 2017

Magier-Adepta Tabea Birkenbinder - Das Kleid als Expeditions-Uniform

Erstellungsdatum: September 2017


Nachdem ich Monate lang für den Bücherball genäht hatte stand mir der Sinn nach etwas "einfachem".



Der WurzelPrinzgemahl und ich hatten uns auf einem Larp als NSC angemeldet. Ich hatte der Orga angeboten: Gebt uns Festrollen und ich nähe unsere Gewandung selbst und speziell für diese Rolle. Die Orga hat das Angebot angenommen und ich erhielt eine Adepta als Charakter.



Die Adepta musste als Vornamensinitial ein T haben - mit T. Birkenbinder war die IT Einladung unterzeichnet, quasi der Flyer für das Larp. Und ein Name mit T war schnell gefunden, ich nahm  einfach den Vornamen meines ersten DSA-Charakters: Tabea



Die Kleidung für Tabea sollte eine Akademie-Uniform sein. Diese Uniform sollte praktisch auf Expedition sein und ebenso aussehen. Ich hatte das Glück, dass vor mir noch niemand einen Charakter dieser speziellen Magier-Akademie bespielt hatte. Die Farben waren eine Abstimmungssache mit der Orga - Der Spielhintergrund ließ die schönen Farben blau und beige zu. Was die verwendeten Schnitte anging war ich völlig frei das zu wählen, was ich haben wollten.


Als Basis für die Uniform nahm ich ein schlichtes Kleid. Die Vorlage für den Schnitt stellte McCalls 6817. Wie bei mir üblich habe ich auch hier Modifikationen vorgenommen:
  • Ganz in blau sah das Kleid nach Kittel aus, also habe ich Schrägband an Halsausschnitt und Saum angebracht - aber nicht einfach am Rand sondern als Borte in den Stoff hineingesetzt.
  • Es gibt keine Ärmel.
  • Den Ärmelabschluss habe ich der Einfachheit halber mit Schrägband gemacht.
  • Wie üblich bei Larp-Kleidung habe ich den Verschluss im Rücken  mit einer Blende unter der Schnürung versehen - so sieht man keine nackte Haut darunter oder gar den Pulli, den ich auf dem Larp auf Grund der niedrigen Temperatur getragen habe.
  • Oben an der Schnürleiste habe ich (wie üblich bei meinen Sachen) ein Paar Haken und Ösen (also ein Haken und eine Öse) zum Verschließen angenäht. Das hat den Vorteil, dass die Schnürung oben nicht auseinander geht im Laufe eines Tages bei viel Bewegung.
  • Ich habe keinen geschlitzten Halsausschnitt verwendet.
  • Das Band zum Schnüren ist bei mir ein Baumwollband, an dessen Enden ich Nestelspitzen aufgezogen habe. Damit die auf jeden Fall halten, habe ich das Band jeweils mit Schmuckkleber so eingeklebt, dass man es nicht sieht, die Nestelspitzen mit einer Schmuckzange ganz schmal zusammengedrückt und dann noch ganz klassisch festgenäht mit ein paar Handstiche.
  • Und die auffälligste Modifikation: Der Saum ist geändert - ich habe das ungesäumte, ungeschmückte aber fertige Kleid auf den Boden gelegt und ganz vorne und ganz hinten gefaltet, so dass ich beide Seiten mit einem Schnitt zuschneiden konnte. Dann habe ich das Maß bis zu der gewünschten Frontlänge (etwa Kniehöhe) und das Maß bis zur gewünschten Rücklänge (etwa "Boden"-lang) jeweils mit Nahtzugabe genommen und eingezeichnet. Diese beiden Punkte wurden aus der Hand heraus mit einer geschwungene Linie verbunden, diese ausgebessert und final zugeschnitten.



Das Kleid hat durch den VokuHila Schnitt einen praktischen Touch und war echt angenehm zu tragen. Ich hatte immer die Hände frei für andere Sachen und musste nie den Rock raffen - weder im Kampf (bzw. der Flucht vor solchen), noch beim Gehen von Treppen, beim Balancieren auf Schwebebalken oder anderen lustigen Aktionen, die man auf Larp so treibt.


Auf dem Larp trug ich unter dem Kleid eine beige Lederhose bzw. beige Leggins. Mit nackten Beinen war es mir dann doch zu kalt und nass. Auch hatte ich einen Pulli bzw. langärmligen Body an. Die langen Ärmel der wärmenden Kleidung sah man jedoch nicht, denn...
... in den nächsten Wochen gibt es die Auflösung zu diesem begonnen Satz.

Freitag, 1. Dezember 2017

Mit der Windrose zum Picknick - eine "Reste" Patchworkdecke

Erstellungsdatum: Juli-  August 2017 + 2 Tage im September 2017


In den ganzen Näh- und Bastelvorbereitungen zum Bücherball  habe ich auch das Picknick mit viktorianischem Thema am nachfolgenden Tag voller Elan vorbereitet.


"Du brauchst doch auch eine Picknickdecke!"
"Netter Gedanke aber ich habe doch eine Picknickdecke. irgendwo steckt die gekaufte Decke aus dem Discounter..."
"Ja aber du hast auch noch Schriftstoff und Kartenstoff vom Bücherball-Kostüm übrig. Den kannst du dafür nutzen!"
"Werter Kopf, ich hab genug Sachen zu nähen und eigentlich keine Zeit für eine Picknickdecke!"
"Du willst es doch! Und mal ehrlich, seit Jahren schleichst du um eine Decke herum, in deren Mitte eine Windrose steht..."
"Nein!"
"Doch, komm schon..."

So oder so ähnlich lief das in meinem Kopf ab - ein Dialog meiner kreativen Seite mit meiner Logik. Als ich mich dann spontan an den PC setzte und das Schnittmuster entwarf, da kam dann folgendes bei raus:



Meine kreative Seite wollte sich auch noch in einer runden Decke austoben - eckig kann ja jeder.
Dank der Beratung durch die Dame "aprilnärrin" aus dem grünen Forum hatte ich nun auch noch Quellen für feuchtigkeits-hemmenden Unterstoff und Volumenvlies. Als die Sachen dann auch noch im Hause waren, da musste ich ja quasi diese Decke nähen.


Die Decke misst 2 Meter im Durchmesser.
Ich habe einen der Stoffe blau eingefärbt und mich dann ans Zuschneiden gesetzt. Der Clou bei der Decke ist, dass auch noch alle Schriftzüge genau in einer Linie lesbar wären (wenn diese Schriftzüge denn Sinn ergeben würden). Aus dem Grund habe ich auch für das Zuschneiden fast genau so lange wie für alle nachfolgenden Schritte zusammen gebraucht.


Die Mitte und alle aufeinander treffenden Ecken habe ich per Hand genäht, so dass auf jeden Fall alle Nähte genau aufeinander treffen.


Zum Picknick (das ja dann leider ins Wasser fiel) hatte ich die Decke als Quick-n-Dirty Version dabei. Top, Vlies und Unterteil waren einfach mit doppeltem Schrägband an der Seite gefasst. Doppeltes Schrägband? Ich habe zwei Schrägbänder vernäht und dann um die Decke geschlagen. Auf der Oberseite sieht man das beige Schrägband, die Unterseide ist mit schwarzem Schrägband versehen.


Ich habe die Unterseite des Schrägbandes mit der Maschine angenäht. Das beige Schrägband ist dann an zwei Abenden in einer "Es muss jetzt doch noch alles fertig werden..." Stress Aktion per Hand angenäht worden. Ich wollte einfach keine Maschinennaht da sichtbar haben. Meine rechte Hand wollte sich danach partout nicht mehr in die Hand-Näh-Stellung bringen lassen.


Auf Grund der knappen Zeit und der Hand habe ich dann die Decke nicht mehr gequiltet. Erst wollte ich sie auch so lassen aber das Top wellte sich dann doch zu blöd. Also habe ich im September nochmal an zwei Tagen etwas Zeit investiert und habe die Haupt-Achsen mit händischen Quiltnähten versehen.
Danach dann konnte ich auch hübsche Fotos machen lassen und nun ist die Decke fertig.

...jetzt fehlt nur noch eine schöne Tasche zum Transport :)


Freitag, 24. November 2017

Ein Utensilo für die Bibliothekarin - Irene Winters und der Bücherball

Erstellungsdatum: August 2017


Was braucht eine Bibliothekarin auf einem Bücherball? Woran erkennt man eine Biblothekarin außer an den Buchseiten-Stoffen?
An Schreibmaterial und ganz viel praktischem Kram... Aber wo unterbringen in einem Kostüm?
Ich machte mich auf Suche nach Inspiration und wurde fündig:
Diese Idee fand ich ganz bezaubernd.



Das "Utensilo" aka "tragbare Schreibstube" habe ich erst in der Woche vor dem Ball genäht und gebastelt.
Ich habe nur Stoffe verwendet, die ich entweder im Kostüm schon verwendet hatte oder aber solche, die ich für das Kostüm gekauft hatte und die sonst bei mir kaum Verwendung finden würden.



Als ich wusste, was an "Kram" ich dabei haben wollte, konnte die Konzeption des Utensilos beginnen:
Kugelschreiber und Füller, Büchlein zum reinschreiben, Taschenuhr, Taschentücher und natürlich der Fächer.



Auf dem obigen Bild sieht man, dass das kleine Täschchen auf der rechten Seite auch nochmal als Tasche aufgesetzt ist (darin steckt der Fächer zur Anschauung). Mittels Knopf kann man den Innenraum (gefüttert) öffnen. Darin waren meine Taschentücher.
Die Taschenuhr habe ich mit einem Karabiner befestigt. Auf der Rückseite des Utensilos habe ich einen kleinen Haken angenäht, um dort den eigentlichen Karabiner der Taschenuhr anbringen zu können - so war die Kette befestigt und die Uhr doppelt gesichert.


Auf der Rückseite sieht man, dass ich zwei Befestigungsarten vorgesehen habe. Zum einen sind rechts und links je eine Schnur angenäht, mit denen das Utensilo an der Korsettschnürung festgeschnürt werden kann. Und eine breite Lasche mit zwei Druckknöpfen sollte zusätzlich für Halt sorgen.


Erst wenige Minuten vor dem Ball habe ich das Utensilo das erste mal am Korsett befestigt. Es war etwas frickelig, das Ganze alleine bei sich selbst anzubringen aber es hat geklappt und gehalten.
Wenn dieses Jahr nochmal das Wetter mitspielt, dann mache ich Fotos von dem gesamten Kostüm. Ansonsten gibt es die dann erst nächstes Jahr...

Freitag, 17. November 2017

Kombination aus Bluse und Bolero - Irene Winters und der Bücherball

Erstellungsdatum: Mai/Juni 2017


Für den Bücherball benötigte meine Bibliothekarin natürlich auch ein Oberteil. Da das Korsett nur bis unter die Oberweite geht, brauchte ich also etwas schönes für darüber. 
Esrt wollte ich eine Bluse und einen Bolero nähen. Dann aber fiel mir das Schnittmuster Simplicity 2442 in die Hände und ich entschied mich, den oberen teil mit zwei Stoffen und modifiziert zu nähen.



Die Modifikation besteht unter anderem darin, dass kein Reißverschluss eingenäht ist sondern die Bänder unter der Brust mittels Druckknöpfen geschlossen werden.
Diese Bänder sieht man unter dem Korsett im übrigen auch nicht!


Im Rücken sieht das Kleidungsstück so aus, als wären Bolero und Bluse zwei Kleidungsstücke. Das hat mich etwas Nerven gekostet, da ich den Bolero-Teil auch noch gefüttert habe.


Der Lochspitzen-Stoff für den Blusen-Teil ist recht durchsichtig, weswegen ich ihn mit grünem Baumwollstoff gefüttert habe.


Im Endeffekt hat das gute Stück einen tiefen Ausschnitt und bei rutschigem BH ärgert sich frau damit etwas herum. Ich werde definitiv noch Tragefotos nachreichen - da werde ich mir dann (wie auch auf dem Ball) mit Doppelklebeband aushelfen (Trick 17 der Tanzball-Tänzerinnen mit tiefem
Dekolleté und rutschigem Stoff am Ausschnitt).