Freitag, 1. September 2017

Tischpolsterung aka die Zuschneide-Unterlage

Erstellungsdatum: 2009


Als ich bei meinen Eltern auszog, da durfte ich mir ein Möbelstück aus dem Haushalt meiner Erzeuger aussuchen und ohne Wenn und Aber mitnehmen. Ich habe mich für den großen Esstisch entschieden.
Was für eine gemeine Tochter, mag sich da manch einer denken. Was machen denn die Eltern und Geschwister ohne Esstisch? Da wir Kinder fast alle zeitgleich ausgezogen sind, verkleinerte sich der Haushalt meiner Eltern von sechs Personen recht schlagartig auf zwei Personen. Damit war der große Tisch nicht mehr unbedingt nötig. Meine Eltern gingen ja sogar noch einen Schritt weiter und befanden das große Haus nicht mehr als nötig und sind selbst nochmal umgezogen. Und im neuen Haus war dann auch nicht mehr der Platz für diesen großen Tisch.


Ich hatte also im Wurzelpalast, gemeinsam mit dem WurzelPrinzGemahl (der damals noch der WurzelGnomen-Freund war) eine schöne große Küche und da kam der Tisch rein. An dem Tisch finden sehr bequem 6 Personen Platz, wenn man ihn etwas von der Wand abrückt und die Stirnseiten auch noch besetzt, dann können dort 8 Leute gut sitzen. Perfekt für den Pen&Paper Rollenspieler-Haushalt.


Für den Tisch bekam ich dann von meinen Eltern auch alle passenden Tischdecken. Und ich bekam ein Tischpolster.
Was ist ein Tischpolster?
Dieses Polster ist eine etwas dickere Tischdecke, die direkt auf den Tisch und damit unter die eigentliche Tischdecke kommt. Damit dämpft man das Aufstellen von Gläsern, Flaschen und ähnlichem. Wenn eine Flüssigkeit auf die Tischdecke läuft, hat man damit nicht gleich die schöne Holzoberfläche des Tisches nass und ggf. gefärbt (Rotwein!).


Das Tischpolster meiner Eltern war nun aber recht ranzig. In einem Haushalt mit vielen Kindern passieren nunmal häufiger Sachen am Tisch, so dass Tischdecken dreckig werden und die Tischpolster auch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Also habe ich mir ein neues Tischpolster genäht. Es ist genau so groß, dass es auf die Tischplatte passt. Damit es auch immer perfekt sitzt, habe ich an den Ecken Gummibänder angenäht, die ich nun um die Tischecken ziehe, wenn das Polster auf den Tisch kommt.


Und wie es nun das Leben so will: Ich habe in all den Jahren, die wir nun in der Wohnung wohnen bislang vielleicht 5 mal Tischdecken auf dem Tisch gehabt. Das Polster nutze ich aber ständig. Warum? Der Tisch ist in seiner Größe einfach perfekt fürs Nähen und Zuschneiden. Das war der Hauptgrund, warum ich ihn dann auch haben wollte.
Wenn ich nun zustecke, dann finde ich es extrem nervig, wenn ich dieses Polster NICHT unterliegen habe. So kann ich nun die Stecknadeln einfach in das Polster rammen (zum Beispiel beim Feststecken der Fadenlaufmarkierung).


Das sind jetzt viele Worte für so ein einfaches Nähstück. Aber ohne dieses Polster würde mein Näh-Alltag nicht so einfach und bequem sein.
Wenn es nicht als Zuschneide-Helfer aktiv ist, steht die Decke zusammengerollt in einer schmalen Ecke neben einem Schrank.

Freitag, 25. August 2017

Viktorianisches Picknick - ein Hut für die Dame

Erstellungsdatum: Juni - Juli 2017

Ich habe ja bereits einige Sachen vorgestellt, die ich für den Bücherball genäht habe. Nun hatte die Gastgeberin eine wundervolle Idee: Neben dem Ball am einen Abend könnten doch die Übernachtungsgäste im Schloss am nächsten Tag noch zu einem Picknick im Schlosspark zusammenkommen. In meinem Kopf bauten sich da Bilder von einem viktorianischen Picknick auf, ähnlich dem auf dem WGT. Ich war noch nie auf dem WGT und gehöre auch nicht zum Klientel des WGT - aber die Bilder schau ich dennoch gerne und über das grüne Forum bekommt man doch ein wenig vom WGT mit.


Also ein Picknick mit einem Hauch Vikotianisch - auch wenn mein Bücherball-Kleid da passen würde, so dachte ich eher an den den gestreifen Rock, den ich mir für das Steampunk-Larp Anfang 2015 genäht hatte. Da ich häufig eher zu viel als zu wenig Stoff kaufe, hatte ich auch von dem Rock noch Stoff übrig.

Neben der passenden Kleidung braucht die Dame noch zwei Accessoires: Handschuhe und einen Hut
Von Handschuhen nehme ich für ein Picknick Abstand. Wenn man jemanden hat, der einem alles anreicht, dann gehen Handschuhe ja noch. Aber wenn man auf sich selbst gestellt ist, dann habe ich persönlich freie Hände lieber.


Also fehlt noch ein Hut!


Und ich trage liebend gerne Hüte und bin im Besitz von 4 alltagstauglichen und noch mehr Kostüm-Hüten. Für das Steampunk-Larp Anfang 2015 hatte ich mir auch einen Strohhut gekauft, den ich mit passendem Stoff aufhübschen wollte. Das hatte ich damals nicht geschafft und nun lag dieser Hut im Schrank. Jetzt konnte er endlich Verwendung finden!
Auch wenn ich den gestreiften Stoff fast vollständig aufgebraucht hatte für Weste und Bolero (diese Stücke stelle ich demnächst vor), so hatte ich doch noch ein paar Fitzel übrig. Ein Reste-Fitzel war lang und breit genug für ein Hutband. Breit genug war es nicht aber okay, ich kann halt nicht alles haben. Und die Rückseite eines Hutbandes sieht man ja auch nicht. Dennoch habe ich die Rückseite mit schwarzem Schrägband versehen, so dass alles sein Innen- und Unten-Schön hat.
Das Band kam dann mit Handstichen rundum den Hut und wurde mit einem Knopf versehen. Damit war der letzte Knopf aufgebraucht, der von den zugehörigen Westen-Knöpfen in meinem Vorrat lag.


Der Hut war mir immer noch zu schlicht. Zudem wollte ich in dem Picknick-Kostüm einen Hinweis auf den Bücherball einbauen, dessentwegen ich ja überhaupt auf dem Picknick war.
Ich schlich schon ein paar Monate um Rosen aus Papier herum. Es gibt im Internet sehr sehr viele Anleitungen für wunderschöne Rosen aus Papier, so dass ich mir diverse ansah (Videos und auch Bild-Anleitungen) und dann ans Werk ging. Ich hatte aus dem Bücherschrank in unserem Viertel ein Buch in Fraktur mitgenommen. Das Buch selbst hat bei uns zu Hause erstmal für Gelächter gesorgt, als ich dem WPG den "Zusammenfassungs-Satz" vorgelesen habe, der auf der ersten Seite im Buch direkt unter Autor und Titel steht: Liebesgeschichte zweier Menschen und eines edlen Pferdes.


Diverse Buchseiten wurden nun entnommen und zu schönen Rosen geformt. Im Herstellungsprozess habe ich die Ränder der Rosenblätter angeflämmt. Die Rosenblüten sind nicht mit Kleber zusammengesetzt. Ich brauchte ja für den Hut eine Möglichkeit, die Rosen ordentlich anfassen zu können. Am besten brauchten sie einen Stiel. Ich habe also Draht genommen und eine dickere Perle auf den Draht aufgezogen. Die Perle dient dazu, dass die Rosenblüten nicht vom Draht rutschen. Dann habe ich die Blätter auf den Draht gefädelt und den Draht ordentlich verzwirnt. Die Rosen halten zusammen, haben einen Stiel und den Stiel kann man wunderbar formen.


Nachdem ich die Rosen an dem Hut drapiert hatte, habe ich mit Zange, Gabel und vielen Flüchen die Rosen am Hut befestigt. Jetzt gibt er gut was her und ich bin zufrieden mit meinem Werk.


Tja und dann... hat es am Tag des Balls und dem darauf folgenden Tag so stark geregnet, dass an ein Picknick zu denken war. Ich suche jetzt aber nach einer Gelegenheit, die Sachen einmal ausführen zu können.

Freitag, 18. August 2017

Blumen für die Gastgeberin - ein Geschenk für die Gastgeberin des Bücherballs

Erstellungsdatum: Juli 2017

Ich war auf einen Ball eingeladen - einen Ball unter dem Motto "Der Ball der träumenden Bücher".
Nun brauchte ich neben einem Kostüm ja auch ein Geschenk für die Gastgeberin. Das eigentliche Geschenk waren kulinarische Spezialitäten aus Aachen und Umgebung (belgische Pralinen, Printen und Pralinen von Lindt). Aber etwas dekoratives durfte es dann auch noch sein.
 


Ich wusste, dass die Gastgeberin ein rot/weißes Kleid tragen würde. Also wollte ich mich auch farblich an das Kleid anlehnen.
Für mein Kostüm hatte ich bereits Papierrosen gebastelt und hatte Gefallen an den Blumen gefunden.


Also habe ich weitere Buchseiten gefleddert und einen Blumenstrauß gebastelt. Einige der Blumen habe ich rot angemalt.
Die Blumen haben jeweils in der Mitte eine rote Perle - ich hatte nur weiße Perlen in der passenden Größe zu Hause, also hab ich kurzerhand einige dieser Perlen mit mattem, roten Nagellack eingefärbt.
 

Um die Draht-Stiele habe ich zwei Buchseiten drapiert und geklebt, damit man nicht einfach losen Draht in den Fingern hat.
Da mir diese "Tüte" dann aber zu mickrig aussah, habe ich weiße und rote Perlen auf roten Draht gefädelt und an den Strauß gebracht.


Der Strauß sitzt etwas unsymmetrisch in der Fassung, was ich persönlich nun nicht so schlimm finde.


Sobald ich ein eigenes Haus habe, werde ich gewiss eine tolle Foto-Ecke in meinem Garten herrichten. Gartenfotos von DIY-Sachen sind immer noch die schöneren Fotos.


Freitag, 11. August 2017

Nähen ist...


Nähen ist vieles, nicht nur die Erschaffung neuer Stücke. Dieser Post ist eine Erinnerung an all das, was Nähen auch ist und was meist einfach unter den Tisch gekehrt wird.

Nähen ist...
...das Kürzen von Hosen.
...das Flicken von Löchern.
...das neu Nähen aufgehender Nähte.
...das Ausbessern krummer Nähte.
...das Kürzen von Röcken.
...das Annähen von Knöpfen.
...das Auswechseln von kaputten Reißverschlüssen.
...das Ausbessern ausgelatschter Hosensäume (zum Beispiel mit Spitze).
...das Auftrennen falsch gesetzter Nähte.
...das neu Nähen schlecht gesetzter Nähte.
...das Heraustrennen von kratzenden Labels.
...

Erzählt man, dass man eine Nähmaschine besitzt, fragen Leute meist nach, ob man ihnen nicht "mal eben" eine Hose kürzen könne oder einen kaputten Reißverschluss austauschen könne. Prinzipiell ist man dazu in der Lage, ja. Doch die Arbeit ist nervig, langweilig und meistens friemeliger als die Leute denken. Und "mal eben" ist sowas ohnehin nicht getan.

Aber nähen ist halt auch...
...das kreative Austoben mit der Hand oder der Nähmaschine, um tolle neue Sachen zu erschaffen!

Freitag, 4. August 2017

Schlüsselanhänger mit Namens-Motiv Schriftzug: Zwackelmann, der Dackel

Erstellungsdatum: Mai/Juni 2017

Der Hund meiner Eltern hat einen ganz wundervollen Namen: Zwackelmann
Benannt wurde er nach dem Magier aus der Buch "Der Räuber Hotzenplotz" von Otfried Preußler. Für diesen Hund habe ich einst eine Decke genäht, daher könnte der Hundename bekannt sein.

Als ich nun zur Arbeit pendelte und mal wieder auf der Autobahn an einem Lkw vorbeikam, der den Aufkleber "long vehicle" in Form eines Dackels aufgeklebt hatte, da kam mir folgende Idee:
Warum nicht den langen Namen Zwackelmann so schreiben, dass daraus ein Dackel wird?! Das Z am Anfang so bauchig gestalten, dass es die stolzgeschwellte Brust eines Dackels darstellt, eine Nase und die Schlappohren daran setzen; das W und das letzte N mit Füßchen versehen; das letzte N zu einem Schwanz in die Höhe ziehen...


Dieser Dackel-Schriftzug lag nun einige Jahre in meiner Bastelschublade und in meinem Kopf. Wie könnte ich nun diesen Schriftzug so umsetzen, dass ich etwas Alltagstaugliches für meine Eltern basteln könnte?
Und dann fiel mir vor einiger Zeit Schrumpffolie in die Hände und die Idee eines Schlüsselanhängers lag nahe.

Ich habe mit unterschiedlichen Stiften ausprobiert, was besser passt. Nach dem Schrumpfen habe ich die raue und beschriftete Seite der Folie mit zugehörigem Lack bestrichen - und die Farbe verzog sich und der Anhänger war versaut. Da ich nichts anderes zur Hand hatte, habe ich nun Schmuckkleber genommen. Es ist nicht ideal, man sieht die Schlieren an der Schrift. Die Schrift auf den Folien war aber durch und durch trocken, als ich mit dem Kleber gearbeitet habe.


Fazit: Schrumpffolie ist eine nette Sache aber es gibt da das benannte Problem mit der Fixation des Motivs. Dann stand in der Beschreibung der Schrumpffolie, dass sie "um die Hälfte zusammenschrumpft" - Das scheint dem Hobby-Bastler als Angabe zu Genügen, mir als Ingenieur reicht das nicht aus. Ich ging also davon aus, dass aus die Oberfläche der "2-dimensionalen" Folie hinterher nur noch halb so groß sein würde. Sie ist aber nur noch ein Viertel so groß - grmpf.

Die Anhänger habe ich zum verschenken natürlich mit Ringen versehen, damit sie am Schlüsselbund betragen werden können.

Freitag, 28. Juli 2017

Der Wasserfall-Gürtel für die Najade

Erstellungsdatum: Juli - August 2016

Was trägt eine Najade bzw. Wasser-Nymphe als Kleidung von der Hüfte an abwärts?
Das war eine Frage, die ich mir lange gestellt habe in der Konzeption der NSC Gewandung für das Larp Anfang September 2016. Ausgeschlossen hatte ich einen Fishtail-Rock. Sowas wäre zwar hübsch aber auf Larp nicht wirklich praktisch.


Als ich dann die Idee für ein Bikini-Oberteil hatte, da schlich sich in meinen Kopf mein orientalisches Tanzkostüm ein. Eine Pluderhose sollte es also werden. 


Highlight für die Hose (welche ich später noch vorstellen werde) ist der Gürtel. Er ist mit Perlenketten (selbst aufgefädelt natürlich) versehen und dicht mit wasser-farbenen Strasssteinen besetzt. Auch hier habe ich wieder Muscheln aufgenäht.


Da der Schneiderpuppe keine Hose angezogen werden kann, habe ich sozusagen vorab den Gürtel auf dem Rock abgelichtet.


 Der Gürtel wird mit KamSnap-Druckknöpfen an der Seite geschlossen. Für Larp bin ich eigentlich nicht so der Freund von solchen Plastik-Druckknöpfen aber bei einem Kostüm für ein High-Fantasy Wesen, das ohnehin nur ein einziges Wochenende bespielt wird, da kann ich dann doch mal eine Ausnahme machen.

Freitag, 21. Juli 2017

gewagtes Larp-Oberteil - Bikini für ein Wasserwesen

Erstellungsdatum: August 2016

Ich bin an sich nicht der Typ, der seinen Körper auf Larp zur Schau stellt. Elfen, die mit Fell-Bikini schwertschwingend umher laufen... Damen, die unter einem Neckholder-Kettenhemd nichts tragen... Rahjadienerinnen, die Ausschnitte bis unter den Bauchnabel tragen und Gefahr laufen, dass mehr Brust aus dem Oberteil herausfällt als manch einem Mitspieler angenehm... So bin ich nicht.


Aber jetzt musste da eine Ausnahme gemacht werden. Als Wasser-Nymphe, als Najade wollte ich ein schön-Wetter-Kostüm haben. Wenn man im Internet nach Najade, Nereide oder Wasser-Nymphe sucht, dann findet man Bilder von leicht bekleideten Damen. Auch die antiken Darstellungen lassen sehr viel Haut sehen. Und nachdem ich auch schon Auftritte im Bauchtanzkostüm hatte (wenn auch nicht auf Larp), habe ich mich nun doch gewagt...
Ich entschied mich dazu, ein Bikini-Oberteil zu verarbeiten. Das Oberteil habe ich als schlichtes Stück gekauft. Ursprünglich war es ein Neckholder. Ich mag aber keine Neckholder - so habe ich die Nacken-Schnürungen mittels KamSnap zu Trägern verarbeitet.


Erst hatte ich die Knöpfe falsch herum angebracht - ich kann nur raten, sich die Teile gut zurecht zu legen, einmal aufgesetzte KamSnap-Sachen sind unheimlich schwer wieder zu entfernen. Man kann nur mit einer Zange Stück für Stück von dem Druckknopf abschneiden und dann vorsichtig den Kopf vom Knopf schneiden. 


Aus meinem großen Fundus an Handarbeitssachen habe ich weiße, silberne und blaue Perlen genommen und Perlenschnüre daraus gemacht. Diese habe ich auch direkt an das Oberteil genäht. Jetzt sitzen schöne Perlen-Bommel am unteren Rand und Perlenkettchen am oberen Rand.
Natürlich durfte auch hier die obligatorische Muschel nicht fehlen.





Erst hatte ich die Idee, mit HotFix auf dem Oberteil zu arbeiten. Dann war mir nach dem Gürtel von einer Pluderhose (den ich nächste Woche vorstellen werde) und dem Korsett jedoch die Lust auf HotFix vergangen.
Da ich ohnehin auf dem Stoffmarkt war, habe ich dort nach einer passenden Borte mit Pailetten Ausschau gehalten. Gefunden habe ich dann auch eine Pailettenborte, die nicht einfach nur aus Pailetten sondern aus noch einigem mehr bestand. Mit handgesetztem Zickzack-Stich habe ich die Borte auf die Träger aufgebracht.


Zum Glück war am Samstag auf dem Larp so schönes und warmes Wetter, dass das Oberteil auch getragen werden konnte.

Freitag, 14. Juli 2017

In der Nacht tragen Najaden Korsetts

Erstellungsdatum: Juli 2016

Heute komme ich zu einem Fremd-inspirierten Kostümteil meiner LARP NSC Wasser-Nymphe. Inspirationsquelle war Leesha aus dem grünen Forum mit ihren Feenstaub-Kostümen. Hier ist ein gekauftes Korsett mit diversen Sachen zu einem wundervollen Kostüm umgebaut worden.

Nachdem mir Leesha ein paar Tipps gegeben hat, für die ich mich hier bedanken möchte, habe ich mir ein blaues Korsett bestellt.


Ich habe über den Brüsten zwei lange Chiffonstücke per Hand an das Korsett genäht. An der Unterseite des Korsetts sind diverse Perlenschnüre angebracht - natürlich selbst gefädelt.


Die Chiffon-Schals habe ich auf dem Rücken auf Höhe des oberen Randes vom Korsett mit einem Zier-Metallteil zusammengerafft. An dem Metallteil habe ich noch Perlenschnüre angebracht.


Ich wollte die Chiffon-Schals an den Schultern schön zusammengerafft haben. Ich wollte mich da ein wenig an den römischen Sagum anlehnen - oder zumindest an die wundervollen, faltig gelegten Mäntel, die antike Statuen tragen. Damit die Falten auch "richtig" sitzen - das heißt also genau so, wie ich es haben wollte, habe ich jede Falte einzeln gelegt und mit der Hand vernäht - im Übrigen bin ich bei der Zusammenfassung der Schals im Rücken genau so vorgegangen. Die Nähte habe ich mit Strass-Broschen verdeckt. Ich hatte da zwei Broschen, die ich als "Zugabe" zu meinem Brautkleid bekommen hatte und die ich immer schon grausig glitzernd fand und deswegen weder zum Brautkleid noch sonst wann getragen hatte.


Auf das Korsett habe ich HotFix Steine in allen Farben des Wassers aufgebracht - blau, violett, bernsteinfarben, grün, kristallklar. Oben am Korsett sind die Steine sehr dicht gesetzt, nach unten hin werden es immer weniger. Ich hatte die Idee, dass es so aussehen solle als steige gerade die Najade aus dem Wasser und die einzelnen Wassertropfen perlten an ihr herunter.


Zu guter Letzt habe ich Muscheln an das  Korsett genäht.

Ich habe an dem Korsett gut zwei Wochen jeden Abend zwei bis vier Stunden gewerkelt. An den Wochenenden habe ich teilweise mehr Zeit täglich darein gesteckt.

Materialverbrauch:
  • eigens gekauftes Korsett
  • vorhandener Chiffon
  • diverse Perlen aus dem riesigen Vorrat
  • um die 2.500 Strass-Steine - zum Teil aus dem Vorrat, zum Teil eigens für das Kostüm gekauft
  • zwei Strass-Broschen aus dem Vorrat
  • ein Zier-Metallteil aus dem Vorrat
  • Muscheln aus dem Geschenke-Deko Vorrat

Getragen habe ich das Korsett zu dem blauen Rock, den ich letzte Woche vorgestellt habe.


Das Konzept für Korsett und Rock hatte ich beim gemeinsamen Nähen mit einer der Larp-Organisatorinnen dieser Dame vorgestellt. Ich habe von dem Traum an Materialschlacht erzählt, von Perlen, Strass-Steinen und Muscheln.
Bei ihr haben wir auch die Muscheln mit Bohrlöchern versehen, damit ich sie aufnähen konnte. Aufgenäht sind sie mit einmal Faden durchfädeln, größere Perle als das Loch auffädeln und Faden wieder zurück durchs Loch führen. So sieht man keinen Faden.


... Gut, ich erzählte da also von dem ganzen Glitzer und Klimsbims und so ein Zeug und sie meinte: "Jaja, früher als Kind, da wollten wir keine Prinzessinnen sein sondern lieber Hexen - und jetzt als erwachsene Frauen basteln wir uns Kostüme, auf die jede Disney-Prinzessin neidisch wäre!"
Öhm... Stimmt. Ich war auch mehr so eine Ronja Räubertochter oder rote Zora als Kind... Prinzessin wollte ich nie sein. Und jetzt erfülle ich mir Träume in Glitzer, die viele Mädchen auch heutzutage mit großen Augen hegen.

Die Phantasie der Bauingenieurin ist also eine sexy-glitzer-Nymphe zu sein. Was wohl Herr Freud zu so etwas sagen würde?!

Und hier noch ein paar Impressionen von den Strass-Steinchen, die den "frisch aus dem Wasser gestiegen Effekt" haben sollen:




An meiner Schneiderpuppe sitzt das Korsett bei weitem nicht so gut wie an mir selbst. Die Schneiderpuppe ist halt auch etwas starrer als ich es bin ;)

Sobald ich Zeit, Gelegenheit, Fotograf und passenden Ort gefunden habe, wird es von dem Gesamtkostüm auch noch einmal Fotos in getragenem Zustand geben. Natürlich nur mit passendem Make-up und zugehöriger Frisur - ich habe eigens für das Kostüm eine Perücke bearbeitet, die ich dann zu einem späteren Zeitpunkt noch vorstellen werde.

Freitag, 7. Juli 2017

Ein schlichter Rock in blau für die Najade

Erstellungsdatum: Juli 2016

Ende letzten Jahres habe ich von einem Kostüm erzählt, dessen weitere Bestandteile ich nun mit und mit vorstellen möchte. Ich habe auf einem Larp als NSC-Rolle eine Wasser-Nymphe dargestellt.

In Vorbereitung meiner NSC Wassernymphe hatte ich mit der Orga des Larps Kontakt. Ich hatte sie gefragt, wie sie sich die Nereide vorstellen: Sexy Männerkopf-verdrehend  oder lieber als "Lady am See" mit langen, wallenden Gewändern.

Wir waren uns da an sich einig: Gegen sexy spricht doch nichts?!
Also gingen meine Überlegungen erst rein in diese Richtung - bis mir dann klar wurde, dass ich ja auch abends in der Rolle stecken würde und ich ja gerne schnell friere. Also musste doch eine Variante des Kostüms her, dass ich auch im Abend tragen konnte.


Bei einem Näh-Treffen mit einer der Larp-Organisatorinnen  habe ich dann einen blauen, langen Rock genäht, Der Stoff ist eine Poly-Baumwoll-Mischung, die kaum knittert. Genau deswegen hatte ich den Stoff ausgesucht, er war ein Glücksgriff in einem der Näh-Läden hier in der Stadt.
Wasser ist fließend, der Rock sollte auch auch sein.

Ich habe mich an Simplicity 7424 orientiert. Das ist wirklich mehr eine grobe Orientierung gewesen.

Der Rock selbst ist wirklich ganz schlicht gehalten. Das, was ich an Oberteil dafür gebastelt habe, ist dann das, was so richtig aufträgt.

Freitag, 30. Juni 2017

Der Mantel einer Najade - oder: du "Legionelle"

Erstellungsdatum: August 2016

Der geneigte Leser wird sich kurz wundern: "Was hat der Gnomblog mit Legionellen zu tun?"  - Legionelle ist in diesem Zusammenhang mal wieder eine der großartigen Wortschöpfungen des WurzelPrinzGemahls. Ich hatte ihm erläutert, dass ich einen Mantel herstellen wollte, der so aussehen sollte wie bei einem römischen Legionär. Weibliche Form von Legionär, gekoppelt mit einer WPG-eigenen Form von Diminutiv... Danach hieß dieses Projekt bei ihm "Legionelle".

Als ich im Februar von meinem Glück eine Najade spielen zu dürfen erfahren hatte, habe ich für irgend was anderes Stoffe bestellt und bin dabei über einen bedruckten Stoff in Wasser-Optik gestolpert. Kurzerhand hatte ich davon dann ein paar Meter bestellt und als er geliefert wurde war ich erstaunt über die gute Qualität des Drucks. Der Stoff sah wirklich wie Wasser aus.
Lange habe ich hin und her überlegt, wie ich den Stoff am besten zur Geltung bringen könnte bei einem Najaden-Kostüm.


Irgendwann merkte ich, dass ich in meinen Gedanken immer wieder eine Möglichkeit suchte, den Stoff zu einem Mantel umzubauen, wie ihn ein römischer Legionär trägt (zumindest in den Asterix-Comics). Ich entsann mich all der tollen Statuen und Büsten, die ich in Griechenland schon so oft bewundert habe. Mäntel, die auf Rüstungsteilen auf den Schultern gehalten werden und dann wundervoll nach hinten fallen - mit in Marmor gehauenem Faltenwurf.


Gut, und wie näht man sowas nun?
Ich habe erst nach Schnittmustern gesucht, bin aber nicht wirklich fündig geworden. Dann habe ich mich dran gesetzt und meine Schneiderpuppe zur Hilfe genommen. Die gute Puppe musste dann diverse Steckversuche ertragen. Letztlich war ich mir sicher: Es klappt aber ich brauche einen Harness dafür, damit der Mantel so sitzt, wie ich es will.
Für den Harness habe ich Gurtband aus meinem Fundus genommen und mit blauem Stoff bezogen. Schließen kann man den Harness mit einigen kleinen Haken und Ösen vor dem Brustkorb (zwischen den Brüsten)


Um möglichst wenig von dem tollen Stoff zu verschwenden, habe ich die Säume nicht umgeschlagen sondern Satin-Schrägband in silber und blau genutzt.


Erst hatte ich vor, den Mantel einfach auf den Schulterpartien des Harness anzusetzen. Dann hätte man bei dem tollen Kostüm aber den Harness gesehen. Das wollte ich aber eben nicht. Also habe ich ein Stück Stoff abgeschnitten und als "Querriegel" vorne angebracht. Alle Falten des Stoffes sind an mindestens zwei Stellen von Hand vernäht, damit die Falten auch genau so liegen, wie ich es will. Der Umschlag-Teil, welcher vorne liegt und den Harness verdeckt, wird mit einem Druckknopf auf der Schulter geschlossen.

Damit war aber noch nicht genug. Ich wollte Zierteile an den Schultern haben. Erst wollte ich runde Gürtelschnallen nehmen - habe aber keine passenden gefunden. Also habe ich Broschen gekauft, die Glitzer-Kitsch-Blau einfach passten.



Man mag es kaum meinen, der Mantel besteht ja nur aus einfachem, dünnen Baumwollstoff - aber er hält wirklich warm.


Und jetzt kann ich in meiner "Was will ich alles in meinem Leben mal nähen"-Liste den "Superhelden-Mantel" auch abhaken ;)