Freitag, 17. November 2017

Kombination aus Bluse und Bolero - Irene Winters und der Bücherball

Erstellungsdatum: Mai/Juni 2017


Für den Bücherball benötigte meine Bibliothekarin natürlich auch ein Oberteil. Da das Korsett nur bis unter die Oberweite geht, brauchte ich also etwas schönes für darüber. 
Esrt wollte ich eine Bluse und einen Bolero nähen. Dann aber fiel mir das Schnittmuster Simplicity 2442 in die Hände und ich entschied mich, den oberen teil mit zwei Stoffen und modifiziert zu nähen.



Die Modifikation besteht unter anderem darin, dass kein Reißverschluss eingenäht ist sondern die Bänder unter der Brust mittels Druckknöpfen geschlossen werden.
Diese Bänder sieht man unter dem Korsett im übrigen auch nicht!


Im Rücken sieht das Kleidungsstück so aus, als wären Bolero und Bluse zwei Kleidungsstücke. Das hat mich etwas Nerven gekostet, da ich den Bolero-Teil auch noch gefüttert habe.


Der Lochspitzen-Stoff für den Blusen-Teil ist recht durchsichtig, weswegen ich ihn mit grünem Baumwollstoff gefüttert habe.


Im Endeffekt hat das gute Stück einen tiefen Ausschnitt und bei rutschigem BH ärgert sich frau damit etwas herum. Ich werde definitiv noch Tragefotos nachreichen - da werde ich mir dann (wie auch auf dem Ball) mit Doppelklebeband aushelfen (Trick 17 der Tanzball-Tänzerinnen mit tiefem
Dekolleté und rutschigem Stoff am Ausschnitt).

Freitag, 10. November 2017

Viktorianisches Picknick - Der Push-up für den Damen-Popo

Erstellungsdatum: August 2017


Letzte Woche hatte ich versprochen, dass es noch ein Effekt-Teil zum viktorianischen Streifenkostüm gibt, das man erstmal nicht sieht.
Ich hatte mich 2015 beim Nähen des Rocks ganz bewusst gegen den Einsatz von Weiberspeck oder einen Cul de Paris entschieden.
So ganz hübsch bauschig fiel der Rock dann ohne entsprechendes Popo-Push-Up nicht aus (Beweisbild #1, Beweisbild #2). 



Damit der Rock nun aber so richtig bauschig ausfiel habe ich in einer Hau-Ruck "ich hab ja noch ne Stunde Zeit irgendwo gefunden" Aktion einen einfachen Cul de Paris genäht. Als Schnelle Vorlage diente mir das Schnittmuster Burda 7880.


Ich habe das Band mit Kam-Snap-Knöpfen versehen. Wie gesagt, es war eine Hau-Ruck-Aktion und man sieht das Teil ohnehin nicht.
Der Effekt ist aber wie gewünscht:


Und mit noch einem unschicklichen Bild der Dame in Unterwäsche verabschiede ich mich für heute


Freitag, 3. November 2017

Viktorianisches Picknick - ein Bolero für den "Kältefall"

Erstellungsdatum: Juni 2017

Vergangene Woche habe ich bereits erläutert, warum ich Kleidung für ein viktorianisches Picknick benötigte.
Als ich die Weste nähte, da war es für Ende Juni ziemlich frisch. In meinem Kopf machte sich Angst breit, dass es auch beim Picknick im Schlosspark kühl werden könnte. Was macht das leicht frierende Gnom denn dann?
Die auf dem Steampunk-Larp zum Rock getragene Jacke sitzt nicht mehr richtig, weswegen ich die Idee eben jene Jacke zu tragen direkt verwarf.


Aber ich hatte ja noch ein wenig, sehr wenig von dem gestreiften Stoff übrig. Perfekt für einen kurzen Bolero.



Da ich gerade erst das Schnittmuster Simplicity 2442 abgewandelt verwendet hatte und das Muster noch neben den Nähsachen lag, habe ich mich grob an dem Bolero daraus orientiert. Mein Bolero ist allerdings kürzer geworden, an Ärmeln und auch an Saum im Rücken.


Den Kragen konnte ich nicht noch mit dem gestreiften Stoff füttern, das wäre echt zu dick geworden. Also habe ich auch hier den "Futterstoff" von der zugehörigen Weste, ein graues und leichtes Fahnentuch verwendet.


Damit war ich dann für alle Temperatur-Eventualitäten gewappnet.



Damit sind die Neuerungen meines Kostüms gezeigt - bis auf das, was nicht sichtbar ist aber einen sichtbaren Effekt hat. Mehr dazu dann in einer Woche...

Freitag, 27. Oktober 2017

Viktorianisches Picknick - eine Weste als Oberteil

Erstellungsdatum: Juni 2017


In den letzten Wochen und Monaten habe ich bereits vom Bücherball berichtet. Am Tag danach sollte es im Schlossgarten ein Picknick geben, ein viktorianisches Picknick... - auch wenn mein Bücherball-Kleid da passen würde, so dachte ich eher an den den gestreifen Rock, den ich mir für das Steampunk-Larp Anfang 2015 genäht hatte. Da ich häufig eher zu viel als zu wenig Stoff kaufe, hatte ich auch von dem Rock noch Stoff übrig. Ein Korsett wollte ich für das Picknick nicht tragen, es sollte eher bequem sein - wenn man auf dem Boden/einer Picknickdecke sitzt, dann stelle ich mir Korsett sehr unbequem vor.
Nach dem Schnittmuster Simplicity 8114 habe ich mir eine Weste genäht. Das Jacken-Oberteil habe ich also in Richtung Weste modifiziert und anstelle des vorgesehenen Reißverschlusses habe ich Haken- und Ösenband eingesetzt. Das sieht man aber natürlich nicht, denn die Weste wird darüber nochmal mit Knöpfen geschlossen.

Leider hatte ich keine von den Knöpfen mehr, die ich am Rock verwendet habe. Diese Knöpfe gab es auch im Knopfshop meines Vertrauens leider nicht mehr. Also musste ich andere Knöpfe nehmen und habe nun dunkle, fast schwarze Eisenknöpfe genommen.


Ich habe die Weste mit leichtem Fahnentuch gefüttert. Das perfekte Picknick-Wetter ist ja bekanntlich sonnig und warm, so dass ich die Weste ohne ein anderes Oberteil tragen würde. Da wollte ich den gestreiften Poly-mit-irgendwas-Stoff nicht auf der Haut haben.
Sollte das Wetter kühler werden, könnte ich ja noch eines der gekauften Spitzenblüschen vom Larp 2015 anziehen.
 

Und was, wenn es nicht nur kühler sondern frisch würde? Dazu dann nächste Woche mehr!


Achja, das Picknick fiel dann letztlich ins Wasser. Es hat leider so übel geregnet, dass an draußen sitzen gar nicht zu denken war.
Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Anlass dieses Kleid zu tragen.

(auf den Bildern ist leider der Kragen im Nacken hochgeschlagen)


Freitag, 20. Oktober 2017

Upcycling einer Pralinenbox - die Handtasche fürs viktorianische Picknick

Erstellungsdatum: Juli 2017


Bei der Ergänzung meines Steam-Punk-Streifenkostüms für das viktorianische Picknick nach dem Bücherball brauchte ich eigentlich keine Handtasche - ich wollte einen Picknickkorb mitnehmen. Dann aber zeigte Constanze aka elle eine hübsche Tasche, die sie genäht hatte.
Und da erwischte es mich - genau so eine Tasche wollte ich dann auch haben.


Der Vorteil an dieser Tasche ist, man MUSS vorher eine passende Pralinenschachtel kaufen, die Pralinen daraus aufessen und dann erst kann man die Tasche nähen - so zumindest gestaltete sich der Vorgang bei mir.


Die Handtasche ist zum größten Teil per Hand genäht. Mit dieser Tasche waren dann auch wirklich die allerletzten Reste des Streifenstoffs aufgebraucht.


Die Tasche ist mit schwarzem Baumwollstoff gefüttert...


...und ganz schön geräumig. In ihr findet die komplette Kamerahülle meines "Knipser" Platz. Natürlich passen alternativ auch mein Portemonnai, mein Handy, meine Haustürschlüssel, eine Packung Taschentücher und zusätzlich noch Lippenstift oder andere Kleinigkeiten hinein.


Die Notwendigkeit des Hand-Nähens ergab sich aus meinem Willen, die Streifen des Stoffes stets genau aufeinander treffen zu lassen - mit der Nähmaschine hätte ich das nicht so Millimeter-genau hinbekommen.


Freitag, 13. Oktober 2017

Rosen für die Haare - Irene Winters und der Bücherball

Erstellungsdatum: Juli 2017


Lange bevor ich mir eine Frisur für mein Bücherball-Kostüm ausgesucht hatte war klar, dass ich Blumen als Accessoires für mein Haar haben wollte. Ich setzte mich also an das Herstellen von Papierrosen - im späteren Papier-Rosen Wahn habe ich dann den Hut für das Picknick 
und den Blumenstrauß für die Gastgeberin gebastelt.


Die Blumen für Irene habe ich an den Rändern mit grüner Farbe bemalt. Man sagte mir einst, dass es im Cosplay eine Regel zur Farbe im Kostüm gibt: Jede Farbe solle mindestens drei mal auftauchen, damit es harmonisch wirkt. Ich habe mich also bei der Kostüm-Konzeption bemüht, dass man immer mindestens an drei Stellen auch die Farbe grün sieht bei dem Kostüm.


Die Blumen sind mit Draht zusammengebunden - damit hatte ich die größt-mögliche Flexibilität bei der Anwendung der einzelnen Rosen in der Frisur.
Zudem sind die Blumen im Vergleich zu den anderen gebastelten Rosen recht klein.


Eine kleine Hand voll Blumen für die Haare also.


In der Mitte einer jeden Rose steckt eine grüne, matte Perle.

Freitag, 6. Oktober 2017

Schmuck für Miss Winters - Irene Winters und der Bücherball

Erstellungsdatum: Mai - Juli 2017


Was trägt eine Bibliothekarin eigentlich für Schmuck? Genauer: Was trägt Irene Winters für Schmuck auf einem Bücherball?
Recht schnell hatte ich die Idee Schreibfedern zu verwenden (Achtung: Schreibfeder Federkiel). Ich hatte also passend zum restlichen Farbkonzept 3 goldene Schreibfedern bestellt - und dann wusste ich damit nichts anzufangen. In meiner Verzweiflung nahm ich die Federn dann mit zu einem Basteltag bei guten Freunden. Dieses Pärchen hat eine Holzwerkbank im Werkzimmer stehen - das Werkzimmer ist im Übrigen in der Wohnküche untergebracht, der Traum eines Bastlers! Herr K. hat mir dann sehr geholfen und wir haben die Schreibfedern mit Löchern versehen. Es hat ein paar Anläufe gedauert, in denen ich Material zerstört habe und der Herr K. eine Engelsgeduld zeigte. Letztlich haben wir mit der Hammer-und-Nagel-Methode die Löcher eingehauen und die Ränder abgeschliffen.


Wenige Tage später hatte ich dann die Ohrringe fertig. Hier habe ich recht schlicht die Federn auf Ringe aufgezogen, je eine Roccailes-Perle dazu-gefädelt und das Ganze an Rohlingen für Ohrhänger befestigt. Da ich zu dem zeitpunkt noch nicht wusste, welche Frisur ich tragen würde, wollte ich die Ohrringe schlicht halten. Ich mag es nicht, wenn meine Haare die Ohrgehänge liebkosen und sich in fiesen Stellungen darin verknoten.



Der Halsschmuck sollte aber etwas aufwändiger sein. Bei dem Ausschnitt, den ich mit dem Kostüm haben würde, darf der Halsschmuck auch gerne etwas ausgefallener sein.
Erst hatte ich vor einen Choker/ein Halsband aus grüner und beiger Spitze zu basteln und mit Schmuckelementen, wie der verbleibenden Schreibfeder, zu versehen.


 Als ich mich dann endlich an den Halsschmuck setzte, wurde es dann doch ein Collier. Ich hatte Malachite und Landschaftsjaspis in Form von Cabochons gekauft. Passend dazu hatte ich gold-farbene Fassungen für diese Edelsteine erworben und einige goldfarbene Schmuckelemente - ich habe ein Collier im Modeschmuck-Lädchen gekauft und das Ganze auseinander genommen, um an die Schmuckelemente zu kommen.
Ich habe insgesamt gut 8 Stunden an dem Collier verbracht. Schmuckringe in diversen Größen, einige Schmuckzangen, viele Tipps und Hinweise des WPG und sehr viele Flüche meinerseits sind in das Collier geflossen, bis es seine finale Form hatte.

Ich bewundere die Leute, die ständig Schmuck basteln. Meine Wurstfinger sind dafür nicht geeignet und meine Geduld ist auch nicht gerade perfekt dafür. Jetzt habe ich aber den perfekten Schmuck zum Kostüm und kann behaupten, dass auch das Collier selbst gemacht ist!


Freitag, 1. September 2017

Tischpolsterung aka die Zuschneide-Unterlage

Erstellungsdatum: 2009


Als ich bei meinen Eltern auszog, da durfte ich mir ein Möbelstück aus dem Haushalt meiner Erzeuger aussuchen und ohne Wenn und Aber mitnehmen. Ich habe mich für den großen Esstisch entschieden.
Was für eine gemeine Tochter, mag sich da manch einer denken. Was machen denn die Eltern und Geschwister ohne Esstisch? Da wir Kinder fast alle zeitgleich ausgezogen sind, verkleinerte sich der Haushalt meiner Eltern von sechs Personen recht schlagartig auf zwei Personen. Damit war der große Tisch nicht mehr unbedingt nötig. Meine Eltern gingen ja sogar noch einen Schritt weiter und befanden das große Haus nicht mehr als nötig und sind selbst nochmal umgezogen. Und im neuen Haus war dann auch nicht mehr der Platz für diesen großen Tisch.


Ich hatte also im Wurzelpalast, gemeinsam mit dem WurzelPrinzGemahl (der damals noch der WurzelGnomen-Freund war) eine schöne große Küche und da kam der Tisch rein. An dem Tisch finden sehr bequem 6 Personen Platz, wenn man ihn etwas von der Wand abrückt und die Stirnseiten auch noch besetzt, dann können dort 8 Leute gut sitzen. Perfekt für den Pen&Paper Rollenspieler-Haushalt.


Für den Tisch bekam ich dann von meinen Eltern auch alle passenden Tischdecken. Und ich bekam ein Tischpolster.
Was ist ein Tischpolster?
Dieses Polster ist eine etwas dickere Tischdecke, die direkt auf den Tisch und damit unter die eigentliche Tischdecke kommt. Damit dämpft man das Aufstellen von Gläsern, Flaschen und ähnlichem. Wenn eine Flüssigkeit auf die Tischdecke läuft, hat man damit nicht gleich die schöne Holzoberfläche des Tisches nass und ggf. gefärbt (Rotwein!).


Das Tischpolster meiner Eltern war nun aber recht ranzig. In einem Haushalt mit vielen Kindern passieren nunmal häufiger Sachen am Tisch, so dass Tischdecken dreckig werden und die Tischpolster auch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Also habe ich mir ein neues Tischpolster genäht. Es ist genau so groß, dass es auf die Tischplatte passt. Damit es auch immer perfekt sitzt, habe ich an den Ecken Gummibänder angenäht, die ich nun um die Tischecken ziehe, wenn das Polster auf den Tisch kommt.


Und wie es nun das Leben so will: Ich habe in all den Jahren, die wir nun in der Wohnung wohnen bislang vielleicht 5 mal Tischdecken auf dem Tisch gehabt. Das Polster nutze ich aber ständig. Warum? Der Tisch ist in seiner Größe einfach perfekt fürs Nähen und Zuschneiden. Das war der Hauptgrund, warum ich ihn dann auch haben wollte.
Wenn ich nun zustecke, dann finde ich es extrem nervig, wenn ich dieses Polster NICHT unterliegen habe. So kann ich nun die Stecknadeln einfach in das Polster rammen (zum Beispiel beim Feststecken der Fadenlaufmarkierung).


Das sind jetzt viele Worte für so ein einfaches Nähstück. Aber ohne dieses Polster würde mein Näh-Alltag nicht so einfach und bequem sein.
Wenn es nicht als Zuschneide-Helfer aktiv ist, steht die Decke zusammengerollt in einer schmalen Ecke neben einem Schrank.

Freitag, 25. August 2017

Viktorianisches Picknick - ein Hut für die Dame

Erstellungsdatum: Juni - Juli 2017

Ich habe ja bereits einige Sachen vorgestellt, die ich für den Bücherball genäht habe. Nun hatte die Gastgeberin eine wundervolle Idee: Neben dem Ball am einen Abend könnten doch die Übernachtungsgäste im Schloss am nächsten Tag noch zu einem Picknick im Schlosspark zusammenkommen. In meinem Kopf bauten sich da Bilder von einem viktorianischen Picknick auf, ähnlich dem auf dem WGT. Ich war noch nie auf dem WGT und gehöre auch nicht zum Klientel des WGT - aber die Bilder schau ich dennoch gerne und über das grüne Forum bekommt man doch ein wenig vom WGT mit.


Also ein Picknick mit einem Hauch Vikotianisch - auch wenn mein Bücherball-Kleid da passen würde, so dachte ich eher an den den gestreifen Rock, den ich mir für das Steampunk-Larp Anfang 2015 genäht hatte. Da ich häufig eher zu viel als zu wenig Stoff kaufe, hatte ich auch von dem Rock noch Stoff übrig.

Neben der passenden Kleidung braucht die Dame noch zwei Accessoires: Handschuhe und einen Hut
Von Handschuhen nehme ich für ein Picknick Abstand. Wenn man jemanden hat, der einem alles anreicht, dann gehen Handschuhe ja noch. Aber wenn man auf sich selbst gestellt ist, dann habe ich persönlich freie Hände lieber.


Also fehlt noch ein Hut!


Und ich trage liebend gerne Hüte und bin im Besitz von 4 alltagstauglichen und noch mehr Kostüm-Hüten. Für das Steampunk-Larp Anfang 2015 hatte ich mir auch einen Strohhut gekauft, den ich mit passendem Stoff aufhübschen wollte. Das hatte ich damals nicht geschafft und nun lag dieser Hut im Schrank. Jetzt konnte er endlich Verwendung finden!
Auch wenn ich den gestreiften Stoff fast vollständig aufgebraucht hatte für Weste und Bolero (diese Stücke stelle ich demnächst vor), so hatte ich doch noch ein paar Fitzel übrig. Ein Reste-Fitzel war lang und breit genug für ein Hutband. Breit genug war es nicht aber okay, ich kann halt nicht alles haben. Und die Rückseite eines Hutbandes sieht man ja auch nicht. Dennoch habe ich die Rückseite mit schwarzem Schrägband versehen, so dass alles sein Innen- und Unten-Schön hat.
Das Band kam dann mit Handstichen rundum den Hut und wurde mit einem Knopf versehen. Damit war der letzte Knopf aufgebraucht, der von den zugehörigen Westen-Knöpfen in meinem Vorrat lag.


Der Hut war mir immer noch zu schlicht. Zudem wollte ich in dem Picknick-Kostüm einen Hinweis auf den Bücherball einbauen, dessentwegen ich ja überhaupt auf dem Picknick war.
Ich schlich schon ein paar Monate um Rosen aus Papier herum. Es gibt im Internet sehr sehr viele Anleitungen für wunderschöne Rosen aus Papier, so dass ich mir diverse ansah (Videos und auch Bild-Anleitungen) und dann ans Werk ging. Ich hatte aus dem Bücherschrank in unserem Viertel ein Buch in Fraktur mitgenommen. Das Buch selbst hat bei uns zu Hause erstmal für Gelächter gesorgt, als ich dem WPG den "Zusammenfassungs-Satz" vorgelesen habe, der auf der ersten Seite im Buch direkt unter Autor und Titel steht: Liebesgeschichte zweier Menschen und eines edlen Pferdes.


Diverse Buchseiten wurden nun entnommen und zu schönen Rosen geformt. Im Herstellungsprozess habe ich die Ränder der Rosenblätter angeflämmt. Die Rosenblüten sind nicht mit Kleber zusammengesetzt. Ich brauchte ja für den Hut eine Möglichkeit, die Rosen ordentlich anfassen zu können. Am besten brauchten sie einen Stiel. Ich habe also Draht genommen und eine dickere Perle auf den Draht aufgezogen. Die Perle dient dazu, dass die Rosenblüten nicht vom Draht rutschen. Dann habe ich die Blätter auf den Draht gefädelt und den Draht ordentlich verzwirnt. Die Rosen halten zusammen, haben einen Stiel und den Stiel kann man wunderbar formen.


Nachdem ich die Rosen an dem Hut drapiert hatte, habe ich mit Zange, Gabel und vielen Flüchen die Rosen am Hut befestigt. Jetzt gibt er gut was her und ich bin zufrieden mit meinem Werk.


Tja und dann... hat es am Tag des Balls und dem darauf folgenden Tag so stark geregnet, dass an ein Picknick zu denken war. Ich suche jetzt aber nach einer Gelegenheit, die Sachen einmal ausführen zu können.